Fidelity-Manager verdoppelt Goldposition, will Obergrenze kippen
Die Unsicherheit über die US-Geldpolitik treibt einen Fidelity-Fondsmanager zurück ins Gold: Binnen drei Wochen hat er seine Position verdoppelt. Selbst die bislang geltende Obergrenze von fünf Prozent könnte bald fallen.

Eckpunkte:
- Ein bekannter Fondsmanager ist derzeit wieder bullisch für die Goldpreisentwicklung
- Er hat seine Gold-Position im Fonds verdoppelt
- Die interne Fünf-Prozent-Grenze für Gold steht zur Disposition
Ein Portfoliomanager von Fidelity International hat die Goldbestände seines Fonds in den vergangenen drei Wochen verdoppelt. Als Grund nennt er die zunehmende Unsicherheit über die Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve.
Nachdem er den Goldanteil des Fonds auf die selbst gesetzte Obergrenze von fünf Prozent erhöht hatte, erklärte George Efstathopoulos, dass er eine Anhebung dieses Limits in Betracht ziehen würde, sollte der US-Dollar seinen Status als sicherer Hafen weiter einbüßen. Mit seinen jüngsten Zukäufen begann er, nachdem sich Anleger im Anschluss an die Juli-Sitzung der Fed aus langlaufenden US-Staatsanleihen zurückgezogen hatten.
"Für mich bedeutet das einen Mangel an Glaubwürdigkeit der Fed und mehr geldpolitische Unsicherheit", sagte Efstathopoulos Anfang dieser Woche in einem Interview.
Gold sendet technisches Kaufsignal
Gold hat sich in den vergangenen Wochen deutlich erholt, erreichte ein Drei-Monats-Hoch und stieg über die wichtige 200-Tage-Linie, die häufig als bullisches technisches Signal betrachtet wird. Der jüngste Schub der Rally wurde durch den entschlossenen Eingriff des US-Finanzministeriums am Anleihemarkt in der vergangenen Woche ausgelöst. Dieser ließ die Sorgen über einen schwächeren Dollar wieder aufflammen und trieb Anleger in alternative Vermögenswerte.
Die jüngste Aufwärtsbewegung zeigt sich auch bei der Positionierung von Hedgefonds: Ihre Netto-Long-Position in Gold erreichte in der Woche bis zum 18. August den höchsten Stand dieses Jahres, wie aus den jüngsten Daten der Commodity Futures Trading Commission hervorgeht.
Goldkäufe durch Verkauf von Hochzinsanleihen und Gilts finanziert
Die unerwartete Ausweitung der Rückkäufe langlaufender Anleihen durch das US-Finanzministerium sei offenbar ein Versuch gewesen, "die Renditen zu manipulieren, anstatt sich mit der Ursache dafür zu befassen, warum die Renditen steigen", sagte Efstathopoulos. "Beim Gold geht es derzeit weniger um den Anstieg der Renditen als vielmehr darum, warum die Renditen steigen."
Der Portfoliomanager, der Anfang des Jahres Gold verkauft hatte, bevor das Edelmetall den stärksten Einbruch seit vier Jahrzehnten verzeichnete, finanzierte seine jüngsten Goldkäufe durch den Verkauf von Hochzinsanleihen und Gilts sowie mit einem Teil seiner Barbestände.
Die grundlegenden Faktoren, die Gold Ende Januar auf ein Rekordhoch getrieben hatten, seien weiterhin intakt, sagte er. Dazu zählten auch die Käufe der Zentralbanken.
China etwa stockte seine Goldbestände im Juli um rund 20 Tonnen auf – der größte Zuwachs seit Oktober 2023. (mb/Bloomberg)

