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Fidelity-Manager beweist "Gold-Händchen", möchte Korrektur nutzen

Nach dem historischen Gold-Einbruch von Anfang Februar möchte der bekannte Fidelity-Fondsmanager George Efstathopoulos sein rechtzeitig reduziertes Gold-Exposure wieder auf fünf Prozent Portfoliogewichtung erhöhen.

George Efstathopoulos, Fidelity
George Efstathopoulos, Fidelity© Ore Huiying / Bloomberg

Tage vor dem stärksten Rückgang des Edelmetalls seit vier Jahrzehnten verkaufte Fidelity-Portfoliomanager George Efstathopoulos einen Teil seiner Goldbestände. Nun bereitet er sich darauf vor, erneut zu kaufen. “Wenn wir eine weitere Korrektur von fünf oder sieben Prozent sehen, kaufe ich zu”, sagte Efstathopoulos am Dienstag in einem Interview mit Bloomberg. “Ein Großteil der spekulativen Übertreibungen ist aus dem Markt verschwunden, und die strukturellen mittelfristigen Faktoren sind weiterhin klar vorhanden”, sodass Gold seinen Aufwärtstrend fortsetzen könne.

Gutes Händchen bewiesen
Efstathopoulos hatte sein Goldengagement Anfang vergangener Woche von rund fünf auf etwa drei reduziert und Gewinne mitgenommen, bevor der Goldpreis am Freitag einbrach. Auslöser waren Sorgen, Kevin Warsh- von einigen als geldpolitischer Falke gesehen - könnte zum Vorsitzenden der US-Notenbank ernannt werden. Der Fondsmanager verkaufte, obwohl Gold zuvor infolge von Flucht in sichere Häfen auf ein Rekordhoch gestiegen war. Hintergrund waren Befürchtungen über Währungsabwertung, die Unabhängigkeit der Fed sowie geopolitische Spannungen. Zusätzliche spekulative Übertreibungen entstanden durch Käufe chinesischer Spekulanten.

Efstathopoulos zählt zu den ersten prominenten globalen Fondsmanagern, die sich nach dem jüngsten Ausverkauf wieder optimistisch zur weiteren Entwicklung des Goldpreises äußern. Diese Einschätzung teilen auch einige Banken, darunter die Deutsche Bank, die an ihrer Prognose festhält, wonach Gold auf 6.000 Dollar je Unze steigen könnte. Das Edelmetall erholte sich zuletzt an zwei aufeinanderfolgenden Tagen, gestützt durch Käufer, die nach dem historischen Preiseinbruch zugriffen.

Der Goldpreis stieg am Mittwoch um bis zu 2,8 Prozent auf über 5.080 Dollar je Unze, nachdem er in der vorherigen Sitzung um mehr als sechs Prozent zugelegt hatte. Am 29. Januar hatte Gold mit 5.595,47 Dollar je Unze ein Allzeithoch erreicht.

Vieles spricht für Gold
Efstathopoulos, der bei Fidelity Einkommens- und Wachstumsstrategien von rund drei Milliarden Dollar mitverantwortet, sagte, die Faktoren, die Gold auf Rekordstände getrieben haben, bestünden weiterhin. “Die Inflation bleibt hartnäckig”, sagte er und ergänzte, dass auch die Schwäche des Dollars ein zusätzlicher Treiber sei.

Zudem seien massive Käufe durch Zentralbanken sowie die Diversifizierung von Investoren weg von US-Anlagen günstige Trends.

Eine vom Thinktank Official Monetary and Financial Institutions Forum veröffentlichte Umfrage ergab, dass mehr als 50 Prozent der Zentralbanken ihre Reserven zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit ausbauen wollen. Dabei steigt die Nachfrage nach Gold als Absicherung.

Efstathopoulos, dessen Fonds im vergangenen Jahr einen Gewinn von 20 Prozent erzielte, setzt sein Goldengagement über börsengehandelte Fonds, börsengehandelte Rohstoffprodukte und zeitweise auch über Aktien von Goldminenunternehmen um.

“Gold ist sinnvoll”, weil es aus Diversifikationssicht “einfach ein robusteres Portfolio schafft”, sagte der Fondsmanager, der den Goldanteil wieder auf rund fünf Prozent erhöhen will. “Wir wollen bei Kursrückgängen kaufen.”

Weitere Markteinschätzungen von Efstathopoulos:

  • Er sieht Wert im Yen und Kaufgelegenheiten, sollte die japanische Währung erneut in Richtung 160 je Dollar fallen.
  • Er favorisiert brasilianische Anleihen, Aktien und Währungen; das lateinamerikanische Land zählt zu den größten Ländergewichtungen in seinem Portfolio.
  • Neben Gold hält er im “Real-Assets”-Korb des Fonds auch Positionen in Kupfer und Uran.

Höhere Volatilität eröffnet Einstiegschancen

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