Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
| Märkte
twitterlinkedInXING

Fetter SNB-Quartalsgewinn: Aktien machten sich bezahlt

Wie es aussieht, hat die Schweizer Nationalbank (SNB) im vierten Quartal 2020 hauptsächlich von ihrem Aktienpositionen profitiert. Laut der UBS dürfte die Notenbank in Q4 einen Gewinn von annähernd zehn Milliarden Schweizer Franken erzielt haben. Im Gesamtjahr wären das dann 25 Milliarden gewesen.

snb.jpg
Die SNB hat prächtigt verdient.
© Schweizerische Nationalbank

Am kommenden Freitag veröffentlicht die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihr vorläufiges Finanzergebnis für das abgelaufene Kalenderjahr. Gemäss UBS-Berechnungen könnte die Notenbank der Eidgenossen im Schlussquartal an die zehn Milliarden Franken am Gewinnen verbucht haben. Nachdem bereits 15 Milliarden Franken kumuliert in den ersten drei Quartan an Gewinn erzielt worden sind, sollte der Jahresgewinn in der Nähe von 25 Milliarden Franken zu liegen kommen.  

Von den Aktienmärkten profitiert
Obwohl viele Industriestaaten einer zweiten Corona-Welle im vierten Quartal ausgesetzt waren und Lockdowns verhängt wurden, blieb die Lage an den Finanz- und Kapitalmärkten ruhig. Klare Signale der wichtigen Zentralbanken, ihre ultra-expansive Geldpolitik weiter fortzusetzen, trugen dazu genauso bei wie die auf medizinischer Ebene erzielten Fortschritte bei der Zulassung  erster Corona-Impfstoffe. 

Einfache Rechnung
Da der MSCI World Index im vierten Quartal um mehr als 13 Prozent stieg, dürfte das Aktien-Portfolio der SNB von rund 175 Milliarden Franken zum 30. September gut 20 Milliarden Feanken zu Quartalsgewinn beigetragen haben. Weiter dürften der SNB auch rund 3 Milliarden Franken an regelmäßigen Einnahmen aus Zins- und Dividendenzahlungen sowie Negativzinsen zugeflossen sein.

US-Dollar wertete gegenüber dem Schweizer Franken ab
Der Greenback wertete sich in diesem Zeitraum um fast fünf Prozent ab. Auch der Rückgang des Goldpreises verringerte den Gewinn der Nationalbank in diesem Zeitraum. Auf den  Anleihenbestand musste die SNB laut UBS wahrscheinlich kleinere Abschreibungen  hinnehmen. 

Ausschüttungsreserve von über 100 Milliarden Franken
Vom voraussichtlichen Jahresgewinn von fast 25 Milliarden Franken dürfte die SNB rund 6,3 Milliarden oder acht Prozent der bestehenden Rückstellungen für Währungsreserven für weitere Rückstellungen verwenden, erwarten die UBS-Ökonomen. Der ewatliche Gewinn zusammen mit den Ausschüttungsreserven von 84 Milliarden aus dem Jahr 2019 ergibt neue Ausschüttungsreserven von knapp über 100 Milliarden.

Vier Milliarden fließen an Bund und Kantone
Im Februar 202 hatten sich das Finanzdepartement und die SNB auf die Modalitäten bei den Gewinnausschüttungen für die Geschäftsjahre 2019 und 2020 geeinigt: Falls die Ausschüttungsreserve nach Gewinnverwendung den Wert von 40 Milliarden Franken  übersteigen sollte, werden vier Milliarden ausgeschüttet. Bund und Kantone können deswegen mit der gleichen Ausschüttung wie im letzten Jahr rechnen, als die SNB auch vier Milliarden an ihre Eigentümer überwies.  

SNB weiter zu hohen Ausschüttungen bereit
2021 werden sich SNB und Bund auf neue Auszahlungsmodalitäten für die kommenden fünf Jahre einigen müssen. Angesichts der hohen Ausschüttungsreserven und der tiefsten Rezession seit Jahrzehnten dürfte die SNB laut UBS bereit sein, Bund und Kantone verstärkt zu unterstützen und die für 2019 und 2020 geltenden Abmachungen weiterzuführen. Möglicherweise sei die SNB sogar bereit, die Auszahlungen an Bund und Kantone aufzustocken, aber sie dürfte daran festhalten, dass die Auszahlungen an ihrrn finanziellen  Polster gebunden sind.

Schnelle Fixierung nimmt SNB aus der Schusslinie
Für die Nationalbank ist wohl eine frühe und klare Gewinnausschüttungsregelung für die nächsten Jahre von großem Interesse, sieht sie sich doch zunehmend finanziellen Begehrlichkeiten von verschiedenen Seiten gegenüber. Ein Deal könnte langwierige Diskussionen, die möglicherweise über den Kopf der Nationalbank hinweg geführt werden, im Keim ersticken, meint die UBS. (kb)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren