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Feri: Die Märkte spielen das Stagflationsszenario

Aufgrund der Lieferengpässe und steigender Rohstoffpreise verzeichnen Industrieländer vielfach die höchsten Preissteigerungsraten seit Jahren. Hohe Produzentenpreise deuten zudem auf eine spürbare Hintergrundinflation, die den Druck auf die bereits steigenden Verbraucherpreise weiter erhöhen könnte.

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Dr. Eduard Baitinger ist seit 2015 Head of Asset Allocation in der Feri Gruppe. Er verantwortet den Bereich quantitative Asset Allocation der Feri Trust, wo er auch zahlreiche Forschungsprojekte steuert und koordiniert. 
© FERI Trust

Die Wachstumsdynamik der globalen Wirtschaft hat abgenommen und könnte gänzlich zum Erliegen kommen, falls die Störungen in den weltweiten Lieferketten weiter andauern. Im schlimmsten Fall könnte daraus ein Stagflationsszenario entstehen, das durch rückläufige Unternehmensgewinne und – als Reaktion auf die höheren Inflationsraten - steigende Zinsen charakterisiert ist. In diesem Fall drohen negative Konsequenzen sowohl für Aktien- als auch Anleihenmärkte. Zur Portfolioabsicherung stünden dann nur noch vereinzelte Marktsegmente wie Energieaktien, Finanzwerte und Rohstoffe zur Verfügung. 

Hohe Inflationsraten als Nachwirkung der Lieferengpässe
Die Fragilität der vergangenen Wochen zeigt, dass die Märkte in Teilen damit begonnen haben, das Stagflationsszenario einzupreisen. Da Stagflation in der jüngeren Vergangenheit jedoch praktisch keine Rolle gespielt hat, fehlt den Marktteilnehmern die Erfahrung, um angemessen auf diese Entwicklung reagieren zu können. Damit steigt in naher Zukunft das Risiko angstgetriebener Reaktionen und somit abrupter Korrekturen. Hinzu kommt, dass die Marktbreite an den globalen Börsen abgenommen hat. Bei steigendem Abverkaufsdruck hätten die Aktienmärkte deshalb wenig Widerstandskraft.

Jahresendrallye noch nicht abschreiben
Trotz der angespannten Marktlage bestehen weiterhin gute Aussichten auf eine Jahresendrallye an den Börsen, meint Dr. Eduard Baitinger, seit 2015 Head of Asset Alloacation in der Feri Gruppe. "Der aktuelle Inflationsdruck und die Wachstumsschwäche sind zum erheblichen Teil Nachwirkungen der seit dem Sommer grassierenden Delta-Virusvariante. Neue Coronafälle führten in China in den zurückliegenden Monaten zu Hafenschließungen, die die globalen Lieferketten und die Industrieproduktion erheblich belastet haben. Auch der Konsum litt spürbar unter der Delta-Virusvariante. Seit dem Spätsommer hat sich die globale Covid-19-Situation allerdings merklich entspannt. Damit verbessern sich die Perspektiven für die Wiederaufnahme eines weitgehend reibungslosen Warenverkehrs und einer verstärkten Industrieproduktion noch in diesem Jahr. Sollten Wirtschaftswachstum und Konsum in den kommenden Monaten steigen, ist ein versöhnlicher Jahresausklang an den Märkten durchaus möglich." (kb)

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