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Fed-Entscheidung ist laut Carmignac eingepreist, Warshs Worte nicht

Eine Entscheidung der US-Notenbank, die Leitzinsen unverändert zu lassen, gilt als wahrscheinlich. Laut Carmignac richtet sich der Fokus der Anleger nun auf die erste Pressekonferenz des neuen Fed-Chefs. Dessen Aussagen könnten die Märkte stärker bewegen als die eigentliche Zinsentscheidung.

Kevin Warsh: Die ersten Aussagen des neuen Fed-Chefs könnten die Zinserwartungen neu justieren
 
Kevin Warsh: Die ersten Aussagen des neuen Fed-Chefs könnten die Zinserwartungen neu justieren
 © Tierney L. Cross / Bloomberg

Eckpunkte:

  • Aktuell wenig Argumente für Lockerung der Geldpolitik
  • Erste Aussagen von Fed-Chef Warsh könnten Zinserwartungen neu justieren
  • Langfristige US-Renditen bleiben laut Carmignac ein "Rätsel"

Die US-Notenbank dürfte ihre Leitzinsen auf der aktuellen Sitzung unverändert in der Zielspanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen. Für Kevin Thozet, Mitglied des Investmentkomitees von Carmignac, ist die eigentliche Frage daher nicht die Zinsentscheidung selbst, sondern die Kommunikation des neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh.

Nach Einschätzung von Carmignac ist ein unveränderter Leitzins an den Finanzmärkten weitgehend eingepreist. Das größte Überraschungspotenzial liege daher in den Aussagen des neuen Fed-Chefs zur weiteren Entwicklung von Inflation, Wirtschaftswachstum und Arbeitsmarkt.

Robuste Konjunktur spricht gegen Zinssenkungen
Aus Sicht von Carmignac liefert die aktuelle Wirtschaftslage wenig Argumente für eine Lockerung der Geldpolitik. Das US-Wirtschaftswachstum bleibt robust, die Inflation liegt weiterhin deutlich über dem Zielwert der Notenbank, und auch der Arbeitsmarkt zeigt sich widerstandsfähig.

Gleichzeitig verweist Thozet auf eine gewisse Fragilität des Wachstumsmodells. Ein großer Teil der Dynamik stütze sich derzeit auf Investitionen in Künstliche Intelligenz und die Entwicklung der Aktienmärkte. Beide Faktoren seien empfindlich gegenüber höheren Kapitalkosten oder Druck auf die Aktienbewertungen.

Vor diesem Hintergrund dürfte die Fed nach Einschätzung von Carmignac zunächst am Status quo festhalten. Auch die Finanzmärkte hätten ihre Erwartungen zuletzt entsprechend angepasst. Die Aussicht auf rasche Zinssenkungen sei deutlich zurückgenommen worden.

Warshs erster Auftritt im Fokus
Besondere Aufmerksamkeit dürfte der ersten Pressekonferenz von Kevin Warsh als Fed-Chef zukommen. Der neue Notenbankpräsident hatte sich in der Vergangenheit mehrfach kritisch gegenüber klassischen Instrumenten der Notenbankkommunikation wie der Forward Guidance und dem sogenannten Dot Plot geäußert.

Anleger dürften laut Carmignac insbesondere auf Hinweise achten, wie Warsh die Entwicklung von Produktivität, Arbeitsmarkt und Künstlicher Intelligenz einschätzt und ob er an seiner bislang eher restriktiven geldpolitischen Haltung festhält.

Leut Carmignac deuten die aktuellen Projektionen der Fed-Mitglieder auf einen vorsichtigen Lockerungspfad hin. Das Median-Mitglied des Offenmarktausschusses erwartet demnach für 2026 lediglich eine Zinssenkung und bis Ende 2027 zwei weitere Schritte nach unten.

Rätsel um die Anleiherenditen
„Vor diesem Hintergrund bleibt das Niveau der langfristigen US-Renditen in gewisser Hinsicht ein Rätsel“, schreibt Thozet. Trotz robusten Wachstums, anhaltender Inflation, hoher Haushaltsdefizite und Unsicherheit über den künftigen geldpolitischen Kurs bewegen sich die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen auf vergleichsweise moderaten Niveaus. (dv)

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