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Februar-Kurseinbruch ist bestandener Lackmustest für Schwellenländer

Naomi Waistell, Fondsmanagerin im Aktien-Team für Schwellenländer und Asienfonds bei Newton, sieht den Kurseinbruch an den internationalen Finanzmärkten im Februar als erfolgreich bestandenen Lackmustest für die Emerging Markets. Schließlich sanken die Korrelationen zu den Industrieländern.

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„Die Korrelation zwischen Schwellenländern und den etablierten Finanzmärkten wie USA, Japan oder Europa ist heute viel geringer als noch vor einigen Jahren – auch wenn viele Anleger diese Veränderung noch nicht wahrnehmen. Es ist nicht mehr so, dass die USA niesen und der Rest der Welt sich erkältet“, sagt Naomi Waistell (Bild links), Fondsmanagerin im Aktien-Team für Schwellenländer und Asienfonds bei Newton, einem Teil von BNY Mellon Investment Management.

Wenn Amerika niest, bekommten Schwellenläner längst keinen Schnupfen mehr
Das zeige der Markteinbruch im Februar dieses Jahres: Der Kursabfall der Schwellenländer von rund 10,2 Prozent von ihrem Hoch im Januar zu ihrem Tief im Februar hat nahezu den Kursverlauf des S&P500, Nikkei 225, FTSE100 und Euronext 100 nachgebildet – ganz anders als in ähnlichen Situationen in den vergangenen Jahren.

Gründe für diese veränderte Verhalten: aufgegebener Dollar-Peg
Seit dem „Taper Tantrum“, das 2013 eine Schockwelle an den globalen Finanzmärkten auslöste und insbesondere in den Schwellenländern Kurseinbrüche verursachte, haben sich die Emerging Markets sich besser gegen externe Einflüsse gerüstet. „Die wichtigste Veränderung aus unserer Sicht war, dass viele Schwellenländer ihre Währung nicht mehr an den Dollar binden. Aber auch eine geringere Auslandsverschuldung, niedrigere Inflation, ein geringeres Leistungsbilanzdefizit und Währungsanpassungen spielen eine Rolle“, erklärt Waistell.

Früher folgte ein solches Szenario immer dem gleichen Muster
Nahm die Volatilität zu, so stützten Schwellenländer ihre eigenen Währungen durch Fremdwährungsreserven, um so die US-Dollar-Bindung zu erhalten. In der Folge wertete die eigene Währung ab, und die bestehenden Schulden, die oft auf teure US-Dollar lauteten, wurden über neues Geld bedient. Die Folgen reichten bis zu einer Inflationsspirale und einem Schuldenausfall. Waistell stellt fest: „Viele Schwellenländer haben diesen Teufelskreislauf durchbrochen. Sie binden ihre Währung nicht mehr an den US-Dollar und geben Anleihen in Lokalwährung heraus.“

Fazit
„Wir sind also sehr optimistisch, was die Entwicklung der Schwellenländer anbelangt, auch wenn man natürlich jedes Land, jeden Sektor und jede Aktie individuell analysieren muss," so die Fondsmanagerin weiter. "Wir sehen zurzeit die besten Anlagechancen im Gesundheitswesen, im E-Commerce und bei Elektrofahrzeugen. Es lohnt sich für Investoren, Schwellenländer unvoreingenommen neu in Betracht zu ziehen.“ (kb)

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