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Fallen Angels bringen Schnäppchenjäger satte Renditen

Noch nie verloren so viele US-Unternehmen ihr Investment-Grade-Rating wie 2020. Und die Welle ist noch längst nicht vorüber: Weitere Titel im Umfang von 466 Milliarden US-Dollar haben einen negativen Ausblick. Das eröffnet institutionellen Investoren Einstiegschancen.

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© Smith / stock.adobe.com

Das Rekordvolumen bei Downgrades von US Corporate Bonds ist zwar für Investoren herausfordernd, birgt aber auch gute Renditechancen, analysiert die Legg-Mason-Boutique Western Asset Management. Während Investment-Grade-Indizes unter den Abstufungen leiden, können Hochzinsanleihen profitieren, weiß Thomas V. McMahon, Senior Product Manager bei der Legg-Mason-Boutique Western Asset. „Allein während der vergangenen drei Monate hat die Ratingagentur Moody‘s 600 Abstufungen vorgenommen. Zum Vergleich waren es im selben Zeitraum 2019 und 2018 im Mittel nur vierzig“, erklärt der Anleihe-Experte.

Wie McMahon erwartet, dürfte sich dieser Trend so schnell auch nicht umkehren. Vielmehr könnten weitere Unternehmen aus dem Investment-Grade-Umfeld abgestuft werden. „Aktuell sehen wir Investment-Grade-Titel der niedrigen Rating-Kategorie im Umfang von rund 970 Milliarden US-Dollar. Davon haben Titel mit einem Gesamtvolumen von 466 Milliarden US-Dollar einen negativen Ausblick“, so McMahon.

Gutes Händchen gefragt
Für Anleiheinvestoren ist der eingeschlagene Trend auf dem Markt weder eindeutig negativ noch klar positiv. Es kommt auf die Strategie an, um auch unter gegebenen Bedingungen am Markt attraktive Renditen erzielen zu können. Bei Western Asset verweist man darauf, dass allein die „gefallenen Engel“ des Jahres 2020 die Performance der wichtigsten US-Indizes für Investment-Grade-Anleihen deutlich geschmälert haben.

So verlor der Bloomberg Barclays US Corporate Index im Zuge der Downgrades 64 Basispunkte und der BBB Corporate Index sogar 117 Basispunkte. „Trotzdem hat die negative Entwicklung auch eine positive Seite: Inzwischen wurde die Gruppe der Hochzinsanleihen um illustre Emittenten wie etwa Ford, Anadarko oder Western Gas erweitert“, so McMahon. „Dies hat bei Indizes auf Hochzinsanleihen zu positiven Entwicklungen geführt.“ So hat der Bloomberg Barclays US High Yield Index seit Ende März um 280 Basispunkte zugelegt. Verantwortlich dafür waren rund 90 Milliarden Dollar, die durch „gefallene Engel“ in den Index flossen.

Holistischer Investmentprozess macht sich bezahlt
Wie McMahon beobachtet hat, konnten viele Asset-Manager in den Monaten seit März nicht von dieser Entwicklung profitieren. Der Grund: Aufgrund geringer Cash-Positionen war es vielen Marktteilnehmern im Hoch-Risiko-Umfeld der Monate April und Mai nicht möglich, ihr Engagement in Hochzinsanleihen aufzustocken. „Während dieser schweren Marktphase hatten alle Investoren einen Vorteil, die seit jeher mit einem holistischen Ansatz in Investment-Grade-Titel und Hochzinsanleihen investieren“, betont McMahon und verweist auf die Erfahrungen bei Western Asset. „Wenn Analystenteams im Falle von Herabstufungen eng verzahnt agieren, können sich Asset-Manager kurzfristige Marktineffizienzen zunutze machen.“ (aa)

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