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EZB vertrödelt den Einstieg in Straffung der Geldpolitik

Die mit viel zeitlichem Vorlauf angekündigte Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank wird nach mehrheitlicher Ansicht von Ökonomen zu spät kommen, so eine Umfrage von Bloomberg.

Christine Lagarde
Christine Lagarde unter Druck
© Andreas Arnold / Bloomberg

22 von insgesamt 28 befragten Prognostikern (Ökonomen)  sind der Meinung, dass die Währungshüter der Eurozone mit ihrer Geldpolitik, die bis jetzt für extrem niedrige Finanzierungskosten gesorgt hat, der Entwicklung hinterherhinken.

Am 21. Juli ist es so weit: Der erste EZB-Zinsschritt kommt
Wie bereits Anfang Juni angekündigt, wird die EZB am 21. Juli endlich den Startschuss geben, um die Inflation, die mehr als das Vierfache ihres Ziels beträgt, einzudämmen. Sie könnte dies mit einem Kriseninstrument begleiten, um die Auswirkungen auf hochverschuldete Euro-Mitglieder zu begrenzen.

In anderen Ländern ist die Straffung der Geldpolitik bereits in vollem Gange oder hat sogar noch an Dynamik gewonnen. Erst in dieser Woche wetteten die Anleger auf eine historische Zinserhöhung der Fed um einen Prozentpunkt, und auch die Bank of Canada beschloss eine Zinserhöhung in diesem Umfang.

Mehr als 80 Zentralbanken haben heuer die Leitzinsen erhöht
Die EZB könnte nächste Woche folgen.

Als Ausdruck des schwerfälligen Vorgehens der EZB fiel der Euro am Mittwoch zum ersten Mal seit 2002 unter die Parität zum US-Dollar. Während die meisten Euro-Notenbanker darauf bestanden haben, dass die Anhebung im Juli auf einen Viertelpunkt begrenzt sein sollte, hat sich nur eine kleine Minderheit öffentlich für einen größeren Schritt ausgesprochen.

Warum die EZB solange braucht, um den ersten Zinsschritt zu setzen
EZB-Präsidentin Christine Lagarde sieht sich zunehmend mit der Frage konfrontiert, warum ihre Institution so lange braucht, um die erste Zinserhöhung seit mehr als zehn Jahren vorzunehmen. Am 20. Juni wurde sie im Europäischen Parlament zu diesem Thema befragt. “Wie rechtfertigen Sie Ihr sehr schrittweises Vorgehen, wenn Sie Ihr Ziel so deutlich überschreiten?”, fragte der deutsche Abgeordnete Gunnar Beck von der AfD. “Wir bewegen uns in die Richtung, in die wir uns bewegen und die wir bei unserem Treffen im Juni aufgezeigt und bekräftigt haben”, sagte sie. “Wir haben einen Weg festgelegt. Wir werden diesen Weg gehen. Wir werden ihn einhalten und damit auch unser Mandat erfüllen.” (kb)

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