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EZB-Ratsmitglied äußert sich über die Zinspolitik

Die Europäische Zentralbank (EZB) muss die Zinsen derzeit nicht weiter senken, erklärt Ratsmitglied Gabriel Makhlouf. Die Option sei aber auf dem Tisch, falls sich die wirtschaftlichen Aussichten eintrüben. Dies könnte Auswirkungen auf die Geldströme am größten Markt der Welt haben.

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© Zerbor / stock.adobe.com

Die Diskussionen um weitere Zinssenkungen im Euroraum haben einen Dämpfer erhalten. “Im Moment, heute, glaube ich nicht, dass dies gerechtfertigt ist”, sagte Makhlouf, der Chef der irischen Zentralbank, in einem Interview auf Bloomberg TV zur Möglichkeit einer Zinssenkung. „Wir haben keine unserer Optionen ausgeschlossen, einschließlich einer Zinssenkung. Und wenn wir uns im März treffen, werden wir eine Einschätzung vornehmen. Es wird letztendlich davon abhängen, was mit dem Ausblick passiert.“

Der irische Notenbankchef sprach, nachdem neue Daten signalisierten, dass die Wirtschaft des Euroraums Ende des vergangenen Jahres besser als erwartet mit den pandemiebedingten Lockdowns fertig wurde. Deutschland und Spanien meldeten unerwartet ein Wachstum im vierten Quartal, und die französische Produktion schrumpfte weit weniger als vorhergesagt.

Obwohl die jüngsten Zahlen darauf hindeuten, dass die Unternehmen Wege gefunden haben, mit den Einschränkungen umzugehen, bleiben die Aussichten düster. Die Ausbreitung weiterer infektiöser Virenstämme und eine langsame und chaotische Einführung von Impfungen erhöht das Risiko längerer Einschränkungen und eines größeren Bedarfs an Konjunkturmaßnahmen.

Euro schwächen, Exporte und Inflation ankurbeln
Andere EZB-Ratsmitglieder hatten vor wenigen Tagen die Möglichkeit zusätzlicher Anreize ins Spiel gebracht, einschließlich einer weiteren Senkung des Einlagensatzes unter das derzeitige Niveau von -0,5 Prozent, um einem schwachen Inflationsausblick entgegenzuwirken. Ein Hauptrisiko ist die Stärke der Währung, die zu den Sorgen der EZB beiträgt, da sie die Importpreise drückt und die Wettbewerbsfähigkeit der Exporte beeinträchtigen könnte.

“Die Stärke des Euro behalten wir sehr genau im Auge”, sagte Makhlouf und fügte hinzu, dass eine Zinssenkung eine Möglichkeit sein könnte, diese zu bekämpfen. “Wenn wir zu dem Schluss kommen, dass dies unser Preisstabilitätsziel und unsere allgemeine geldpolitische Ausrichtung beeinträchtigen würde, dann wäre das sicherlich eine Option, die wir in Betracht ziehen würden.”

Preise ziehen teilweise an
Tatsächlich drehte die Inflation in Spanien in diesem Monat unerwartet ins Positive, gestützt durch einen Anstieg der Strompreise und teurere Lebensmittel und Getränke. Dies geht aus separaten Zahlen hervor, die am Freitag veröffentlicht wurden. Auch die am Donnerstag gemeldeten deutschen Verbraucherpreise wiesen einen stärker als erwarteten Anstieg aus. Die am Mittwoch fälligen Daten für das Euro-Währungsgebiet dürften ebenfalls einen Zuwachs der Verbraucherpreise im Jahresvergleich anzeigen.

Die EZB hat erklärt, dass sie nicht auf einen vorübergehenden Anstieg der Inflation reagieren wird, der mit der Rückkehr der Nachfrage zu erwarten ist, insbesondere wenn die Beschränkungen von Aktivitäten wie Freizeit und Reisen gelockert werden. Die Zentralbank hat wiederholt davor gewarnt, monetäre oder fiskalische Unterstützung zu früh zurückzunehmen.

Hoffen auf das zweite Halbjahr
Makhlouf sagte, er sei vorsichtig optimistisch in Bezug auf die Wirtschaft, trotz “sehr hoher Unsicherheit” aufgrund des wiederauflebenden Virus. “Was wir sehen, ist auf kurze Sicht ein schwächerer Ausblick als noch vor ein paar Monaten erhofft”, sagte er. “Aber, und das ist ein großes Aber, vorausgesetzt, die Impfprogramme werden ausgeführt, sehen wir die zweite Jahreshälfte viel positiver und eine Rückkehr des Wachstums.” (aa)

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