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EZB-Präsidentin: Kollaps von Regierungen ist stets bedenklich

Christine Lagarde äußerte sich jüngst zur Frankreich-Krise und betonte, dass ein Vertrauens- und Machtverlust einer Regierung immer Sorgen bereitet.

Christine Lagarde, EZB
Christine Lagarde, EZB© Alex Kraus / Bloomberg

Mit Blick auf die Vertrauensabstimmung im Pariser Parlament nächste Woche hat EZB-Präsidentin Christine Lagarde gewarnt, dass der Sturz einer Regierung im Euroraum stets Anlass zur Sorge ist. Das schreibt Bloomberg News.

Französische Opposition will kein Sparpaket, riskiert lieber eine Krise
Das Kabinett von François Bayrou dürfte am 8. September zum Rücktritt gezwungen werden. Die Oppositionsparteien lehnen die Pläne des französischen Premierministers für drastische Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen ab.

“Risiken des Sturzes von Regierungen in Eurozone-Ländern sind stets bedenklich”, sagte Lagarde am Montag im Interview mit dem französischen Sender Radio Classique. “Die Märkte bewerten Risiken, und wir haben in den vergangenen Tagen gesehen, dass das Länderrisiko gestiegen ist.”

OATs mit hohen Risikoaufschlägen
Die Aussicht auf neue Unsicherheit, wie Frankreich mit dem derzeit größten Haushaltsdefizit im Euroraum umgehen kann, sorgt bei Anlegern am Staatsanleihemarkt für Unsicherheit. Das von einem tief gespaltenen Parlament gelähmte Land ist ins Visier der Märkte geraten. Gegenüber deutschen Bundesanleihen werden bei französischen Bonds (Obligations assimilables du Trésor, OATs) die höchsten Risikoaufschläge seit Januar gefordert.

Lagarde betonte, Frankreich sei ein “respektierter” Schuldner, doch inzwischen mit einem Risikoaufschlag behaftet. “Ich schaue sehr genau auf die Spreads”, sagte die ehemalige französische Finanzministerin. “Der Aufschlag für französische Anleihen ist gestiegen und liegt nun knapp unter Italien – was vor einigen Quartalen noch nicht der Fall war.”

Lagarde fordert Disziplin ein
Die EZB-Präsidentin unterstrich, dass die Schuldenbewältigung für alle Staaten entscheidend sei. Zum politischen Weg dorthin wollte sie sich nicht äußern. “Mit Blick auf die öffentlichen Finanzen braucht es Disziplin, um das Signal zu senden, dass man eine tragfähige Verschuldung will, dass man Glaubwürdigkeit auf den Finanzmärkten hat, um die Finanzierung des Staates, der Gebietskörperschaften und des Landes zu sichern”, so Lagarde. (aa)

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