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EZB-Entscheidung ist gefallen, das meinen M&G und LGIM dazu

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird per Anfang Juli ihre Wertpapierkäufe auf Nettobasis beenden und im Juli die erste Zinserhöhung seit mehr als einem Jahrzehnt vornehmen.

Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB)
Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), hat einen kleinen Zinsschritt nach oben angekündigt.
© Justin Chin / Bloomberg

Angesichts neuer Prognosen, die einen schnelleren Anstieg der Preise signalisieren und trotz einer schwächeren Erholung von der Pandemie, haben sich die EZB-Ratsmitglieder darauf geeinigt, die Nettokäufe von Anleihen im Rahmen des Programms zum Ankauf von Vermögenswerten (APP) per 1. Juli einzustellen.

Der Einlagensatz - derzeit minus 0,5 Prozent - wird dann im nächsten Monat um einen Viertelpunkt angehoben, und erneut um diesen Betrag oder mehr, falls die Inflation eine härtere Gangart rechtfertigt, fasst Bloomberg die wichtigsten Eckpunkte der jüngsten EZB-Entscheidung zusammen.

M&G: Zentralbank-Put ist weit aus dem Geld
Die Zinsen noch länger auf ihrem historischen Tiefstand zu halten, wäre angesichts der galoppierenden Inflation in Europa nur schwer zu rechtfertigen gewesen. Letztlich steht die Glaubwürdigkeit der EZB auf dem Spiel, kommentiert Wolfgang Bauer, Fondsmanager im Public Fixed Income Team von M&G Investments, den jüngsten EZB-Zinsentscheid.

Die Zentralbank steht bereits in der Kritik, weil sie nicht viel früher mit der Normalisierung der Geldpolitik begonnen hat, hält Bauer fest. Heute beherrschen die Äußerungen der EZB zu künftigen Zinserhöhungen die Schlagzeilen. Doch man sollte laut Bauer nicht unterschätzen, was das bevorstehende Ende der Nettokäufe von Vermögenswerten bedeutet. In den vergangenen Jahren waren diese Programme das wichtigste Instrument der EZB, um in Krisenzeiten das Vertrauen zu stärken und so die Stabilität der Finanzmärkte wiederherzustellen. Ohne Nettokäufe verfügen die Märkte über kein Sicherheitsnetz, was in Zukunft zu Phasen erhöhter Volatilität führen könnte.

Die EZB hat sich die Möglichkeit offengelassen, die Käufe im Rahmen des Pandemie-Notkaufprogramms (PEPP) wieder aufzunehmen, falls es zu erneuten Marktreaktionen im Zusammenhang mit Corona kommt.

"In Anbetracht der Inflation liegt die Messlatte für einen Ausstieg aus dem Ankauf von Vermögenswerten meiner Meinung nach jedoch sehr hoch. Es wären eine erhebliche Verschlechterung der wirtschaftlichen Fundamentaldaten und eine drastische Marktkorrektur erforderlich, um die Ankäufe wieder auf die Tagesordnung zu setzen. In gewisser Weise ist der Put der Zentralbank also weit aus dem Geld – diese Option hat keinen Wert", erklärt Bauer.

LGIM: Italien rückt wieder in den Fokus
Nach Ansicht von Hetal Mehta, Senior European Economist bei Legal & General Investment Management (LGIM), unternimmt die EZB ungewöhnliche Schritte, um Klarheit über die kurzfristige Zinsentwicklung zu schaffen – doch die aggressiveren unter ihren Mitgliedern machen bereits Druck, das Tempo zu erhöhen.

Die EZB will ihre Nettoankäufe von Vermögenswerten am 1. Juli 2022 beenden, aber sie wird den Bestand an erworbenen Vermögenswerten noch mindestens bis Ende 2024 reinvestieren. Dabei dürfte die Zentralbank Mehta zufolge hoffen, kein neues Programm für Italien auflegen zu müssen. Schließlich bestand einer der Hauptvorteile des EZB-Programms darin, die Kosten zu senken, zu denen die Mitgliedsstaaten sich verschulden konnten – besonders hilfreich für Italien, dessen Verschuldung Schätzungen zufolge nach den pandemiebedingten Unterstützungsleistungen auf bis zu 160 Prozent des BIP angestiegen sein könnte.

Mit anhaltend niedrigen Renditen in den letzten acht Jahren konnte das italienische Schatzamt bestehende Schulden billiger refinanzieren, was die Kosten für den Schuldendienst erheblich senkte und die hohe Schuldenlast erträglicher machte.

"Höhere EZB-Zinsen und damit auch höhere italienische Kreditkosten stellen die Tragfähigkeit der italienischen Schulden in Frage. Infolgedessen wird die EZB bei der Anhebung der Zinssätze „berechenbar“ vorgehen müssen, und zwar deutlich mehr, als wir es von anderen Zentralbanken wie der Federal Reserve oder der Bank of England gewöhnt sind", erklärt Mehta abschließend. (aa)

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