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EZB-Direktorin fordert weitere Zinsschritte

EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel sieht trotz sinkender Energiepreise weiter erhebliche Inflationsrisiken. Nach neuen gegenseitigen Attacken der USA und des Iran bleibt das vorläufige Friedensabkommen fragil – und die Lage an der Straße von Hormus unsicher.

Isabel Schnabel, EZB: "Die Unsicherheit bleibt hoch, doch das angekündigte Friedensabkommen macht negative Szenarien weniger wahrscheinlich."
Isabel Schnabel, EZB: "Die Unsicherheit bleibt hoch, doch das angekündigte Friedensabkommen macht negative Szenarien weniger wahrscheinlich."© Matt McClain / Bloomberg

Eckpunkte:

  • Inflation könnte sich verfestigen in der Eurozone
  • Daher seien weitere Zinsschritte nach oben opportun, meint Isabel Schnabel

Selbst wenn die Straße von Hormus wieder öffnen soll, könnten die Preisrisiken im Euroraum stärker ausfallen als bislang erwartet. Davor warnte EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel am vor kurzem in einer Präsentation für den "Petersberger Sommerdialog 2026" in Königswinter. Neue gegenseitige Attacken der USA und des Iran vom Wochenende zeigen, wie fragil die Entspannung bleibt: Beide Seiten werfen einander vor, die Vereinbarung verletzt zu haben.

"Die Inflation bei Nahrungsmitteln, Gütern und Dienstleistungen ist Aufwärtsrisiken ausgesetzt", erklärte Schnabel. Zudem könne der "Energiepreisschock auf breitere Inflationsdynamiken übergreifen".

Weitere Zinserhöhungen erforderlich
Die Präsentation stützt Schnabels Aussagen aus einem jüngsten Interview, wonach aus heutiger Sicht weitere Zinserhöhungen notwendig seien, um die Inflation wieder auf zwei Prozent zurückzuführen. Zwar begrüßte sie den jüngsten Rückgang der Energiepreise infolge der Aussicht auf ein endgültiges Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran, warnte jedoch davor, daraus voreilige Schlüsse zu ziehen.

"Die Unsicherheit bleibt hoch, doch das angekündigte Friedensabkommen macht negative Szenarien weniger wahrscheinlich", sagte sie. Dennoch dürften die Ölpreise "dauerhaft höher bleiben, da die Straße von Hormus nur schrittweise wieder geöffnet wird".

Schnabel macht ihrem Ruf als geldpolitischer Falke alle Ehre
Schnabel, die als das geldpolitisch restriktivste Mitglied des EZB-Rats gilt, bekräftigte, dass die EZB "die Zinsen voraussichtlich weiter anheben wird, um die Inflation mittelfristig wieder auf zwei Prozent zu bringen".

"Die Inflationserwartungen der Verbraucher sind gestiegen", sagte die deutsche Notenbankerin. Zugleich gebe es bislang "keine Anzeichen für Lohndruck". (mb/Bloomberg)

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