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Eyb & Wallwitz: Deutsche Konjunktur muss das Gleis wechseln

Die Mai-Daten zu den Auftragseingängen und der Produktion zeigen, dass die stürmische Erholung der deutschen Industrie langsam ausläuft. Dafür sind nicht nur Lieferengpässe verantwortlich. Der Dienstleistungsbereich gewinnt deshalb noch stärker an Bedeutung. Das birgt Chancen und Risiken.

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© Olivier Le Moal / stock.adobe.com

Die deutschen Industrieunternehmen haben ihre Produktion im Mai erneut gedrosselt. Das Minus fällt mit 0,3 Prozent zum Vormonat zwar kleiner aus als im April. Die erhoffte Erholung ist aber ausgeblieben. Damit dürfte die Industrie auch im zweiten Quartal das BIP-Ergebnis gebremst haben. Wie in den Vormonaten haben auch im Mai Engpässe bei Vorprodukten die Produktion belastet. Dieser ausgefallene Teil der Produktion ist nur aufgeschoben.  

Auch Nachfrage nach deutschen Industrie-Erzeugnissen büßt an Schwung ein
Allerdings zeigt der überraschende Rückgang des Auftragseingangs im Mai, dass auch die Nachfrage nach den industriellen Erzeugnissen der deutschen Unternehmen an Schwung eingebüßt hat. Besonders betroffen ist die Automobilbranche. Sobald die Lieferengpässe an Bedeutung verlieren, werden die Unternehmen zwar noch den seit Mitte 2020 aufgelaufenen Rückstau an Aufträgen abarbeiten und die Produktion temporär wieder stärker steigern. Darüber hinaus signalisieren aber auch vorausschauende Stimmungsindikatoren, dass das verarbeitende Gewerbe seine Rolle als Konjunkturlokomotive nicht halten wird.

Auf eine Erholung im Dienstleistungsbereich setzen
Die deutsche Konjunktur muss dann das Gleis wechseln und auf die Erholung im Dienstleistungsbereich setzen. Die Chancen stehen dabei nicht schlecht. Denn viele Service-Unternehmen profitieren in der zweiten Jahreshälfte von den Wiedereröffnungschritten, auch da die Haushalte ihre Sparquoten in der Pandemie unfreiwillig deutlich erhöht haben. Diese Überschussersparnisse warten auf Konsummöglichkeiten, die der Dienstleistungsbereich wieder bieten wird.

Besonders stark sollten die Wachstumsraten in den kommenden Monaten in den Bereichen Gastgewerbe sowie Transport und Freizeit- und Reisebranche ausfallen. Hohe Umsatzsteigerungen sind hier besonders wichtig, da diese Unternehmen in der COVID-Krise besonders hohe Umsatzverluste zu verbuchen hatten und teils komplett geschlossen waren. Eine rasche Kehrtwende in diesen Bereichen ist Voraussetzung dafür, dass der befürchtete Anstieg der Insolvenzen begrenzt bleibt und Deutschland seine Rolle als Konjunkturlokomotive im Euro-Raum auch im zweiten Halbjahr spielen kann, meint man bei Eyb & Wallwitz. (kb)

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