Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
Ad

Ohne Umwege zu Private Assets

Weltweit verwaltet Schroders über EUR 29 Mrd. in Private Assets. Das Produktspektrum umfasst dabei Immobilien, Private Equity, ILS, Infrastrukturanlagen und Privat Debt. Meiden Sie Umwege - hier mehr erfahren!

Anzeige
| Märkte
twitterlinkedInXING

Exklusiv: Das meint Ronald Stöferle derzeit zu Gold und Goldminen

Incrementum-Partner Ronald-Peter Stöferle gibt in einem Interview mit „Institutional Money“ eine Einschätzung zur aktuellen Goldpreisentwicklung und verrät, ob Goldminenaktien noch immer kaufenswert sind.

Ronald-Peter Stöferle, Incrementum
Ronald-Peter Stöferle, Incrementum
© Incrementum

Leser von „Institutional Money“ hatten reichlich Zeit sich bei Gold und auch Goldminenaktien zu positionieren und von steigenden Kursen zu profitieren. Wie berichtet, kündigte Ronald-Peter Stöferle anlässlich der Vorstellung des alljährlichen „In Gold we Trust“-Reports Ende Mai 2019 an, dass der Goldpreis bei Überschreiten des charttechnischen Widerstands im Bereich 1.340 bis 1.360 US-Dollar pro Unze Gold nach oben ausbrechen werde. Wie Incrementum ankündigte, sorgte der Sprung über charttechnischen Widerstand bei ca. 1360 US-Dollar für Anschlusskäufe von charttechnisch- bzw. Momentum-orientierten Investoren. Nachdem der Goldpreis über 1.500 US-Dollar die Unze ging, war es nun an der Zeit, um bei dem international bekannten Goldexperten ein Markt-Update einzuholen.

Überkaufte Lage
Laut Stöferle sei Gold aus Sentiment-Sicht eindeutig überkauft (was auch sentix jüngst maß), es droht eine Korrektur oder zumindest ein „Luft-Ablassen.“ Denn am Terminmarkt hätten Spekulanten eine rekordhohe Position an Gold-Derivaten gekauft und warteten auf weiter steigende Goldkurse. Erst wenn dieser spekulativer „Überhang“ verdaut sei, könne es mit dem Goldpreis weiter nach oben gehen. Eine aus charttechnischer Sicht stark überkaufte Lage sei am Anfang eines Bullenmarkts aber normal und sollte Investoren nicht beunruhigen.

Stark fallen würde der Goldpreis aus markttechnischen Gründen nicht, denn laut Einschätzung Stöferles hätten die Rally die meisten Investoren, darunter viele Institutionelle, verpasst. Diese seien weder in Gold direkt, noch in Goldminenaktien engagiert. Derzeit werde das Thema hauptsächlich von den Medien gespielt. Daher sei noch genug trockenes Pulver für Käufe vorhanden, um für weiter steigende Kurse zu sorgen.

Inflation könnte wiederkehren
Derzeit hat das Thema „Inflation“ kaum einer auf dem Radarbildschirm. „Inflation ist das größte Anti-Thema der Zeit“, erklärt Stöferle. Das könnte sich aber zur Überraschung vieler Marktteilnehmer bald ändern: Einerseits wollen die Zentralbanken die Inflation ankurbeln, andererseits misst das hauseigene Inflations-Modell von Incrementum bereits ein „leichtes“ Inflationssignal. Diese könnte demnächst auf ein „volles“ Inflationssignal springen. Ein Indiz dafür sei das Gold/Silberpreis-Verhältnis. So entwickelte sich Silber zuletzt etwas dynamischer als Gold, was oft ein Zeichen zukünftig höherer Inflation sei.

Gold oder Goldminenaktien?
Unsere Redaktion wollte von dem Goldexperten wissen, ob für Gold optimistische Investoren lieber auf Gold, oder auf Goldminenaktien setzen sollen. „Das ist unserer Sicht eine Frage der dahinterstehenden Motivation seitens der Investoren.“

Falls Investoren eine Absicherung gegen eine Systemkrise suchten, wäre physisches Gold ideal. Von Derivaten und insbesondere ETFs/ETCs auf Gold hält Stöferle wenig, vor allem, wenn es zu einer Systemkrise käme. Wenn schon Investoren aus regulatorischen Gründen diese Instrumente verwenden müssten, sollten sie sich jedenfalls ausführlich dem Emittenten- bzw. Counter-Party-Risiko widmen. „Bei ETCs sollten sich Investoren der Counterparty-Risiken bewusst sein.“

Falls aber eine Spekulation auf einen steigenden Goldpreis gewagt wird, Stöferle nennt es „Performance Gold“, dann sollen Investoren Goldminenaktien kaufen. Denn Goldminenaktien haben historisch betrachtet einen Hebel von etwa 3:1 zum Goldpreis. Zurzeit sei dieser Hebel aber höher, weil Goldminen-Produzenten aus dem längsten Bärenmarkt der Geschichte kommen, in dem Goldminenaktienkurse vom historischen Hoch im hohen, zweistelligen Prozentbereich gefallen sind und nun erst einen Boden ausbilden. Das Kurspotenzial nach einem Rücksetzer des HUI-Gold-Bugs-Index in Höhe von etwa 70 Prozent von seinem Hoch sei enorm: Goldminenunternehmen haben ihre Hausaufgaben und ihre Kosten reduziert, legen Wert auf die Cash Flow-Generierung denn auf überteurte Übernahmen und stünden fundamental viel besser wie vor ein paar Jahren da. Dass der Bärenmarkt bei Goldminenaktien vorbei sei zeige sich u.a. daran, dass es gegen Ende hin aus Kostengründen zu Fusionen und Übernahmen in diesem Sektor kam und die überlebenden Unternehmen nun gestärkt aus dieser Branchenkonsolidierung herausgekommen sind.

Fantastische Situation
Der nunmehr gestiegene Goldpreis in Verbindung mit einem weiterhin harten US-Dollar schaffe für Goldproduzenten „eine fantastische Situation“. Denn Goldminen aus Kanada, Australien haben Kosten in Lokalwährung, können aber das Gold zu immer höheren Preisen in harten US-Dollar verkaufen. Hilfreich sei auch der niedrigere Ölpreis. All dies rechnet sich für Investoren: „Der Hebel auf einen steigenden Goldpreis ist daher höher als in der Vergangenheit“, meint Stöferle.

Nachdem die ersten Investorengelder in die großen Blue Chips unter den Goldminenaktien flossen, geht es nun laut Stöferle „weiter hinunter die Leiter“. So würden nun auch Junior Produzenten und Entwickler von Investoren entdeckt und gekauft. Aber auch Silber und Silberproduzenten würden von Investoren entdeckt. „Falls der Goldpreis steigt, ist auch Silber auch immer eine Überlegung wert. “

Investoren, denen klassische Goldminenaktien zu riskant seien, legt Stöferle „defensivere“ Goldaktien ans Herz, die auf „Royalties“ bzw. „Streaming“ setzen. Als Beispiele nannte er Franco Nevada, Wheaton Precious Metalls oder Royal Gold. Dadurch erhielten Investoren Goldminen-Risiko mit „angezogener Handbremse“ und Airbag.

Incrementum kooperiert mit Baker Steel
Vor kurzem ging der liechtensteinische Vermögensverwalter eine strategische Partnerschaft mit dem auf Edelmetall-Investments spezialisierten Asset Manager Baker Steel ein. Weil beide Häuser gemessen an der Höhe ihrer verwalteten Assets under Management keine Riesen sind, könne man sich auf Augenhöhe begegnen. Darüber verstehen sich die Masterminds beider Häuser auch persönlich gut.

Im Rahmen der Kooperation liefert Incrementum Baker Steel auf der Makro-Ebene Research Marktmeinungen zu Edelmetallen und zur Inflationsentwicklung. Im Gegenzug nennt Baker Steel auf der Mikro-Ebene Incrementum die „besten“ Edelmetallaktien für den hauseigenen Incrementum Inflation Diversifier Fund (ISIN der I-Tranche: LI0226274285, ISIN der R-Tranche: LI0226274319). „Die Portfoliomanager von Baker Steel haben eine hohe Expertise aufgrund ihrer jahrelangen Tätigkeiten für Merrill Lynch und aufgrund ihres geologischen Backgrounds“, betont Stöferle.

Im ersten Quartal dieses Jahres haben die beiden Häuser eine semi-institutionellen Tranche des Incrementum Bakersteel Precious Metals Fund aufgelegt, mit dem Incrementum jene Investoren ansprechen kann, die mehr als 250.000 Euro investieren wollen. (aa)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren