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Ex-SNB-Präsident Hildebrand sieht für Europa Helikoptergeld kommen

Der weltgrößte Vermögensverwalter rüttelt durch Philipp Hildebrand, Vice Chairman von BlackRock International, Europas Politik und Notenbank-Verantwortliche mit der Forderung auf, Gelder direkt an Haushalte und Unternehmen zu verteilen, sollte sich die Konjunkturabschwächung verschlimmern.

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Dr. Philipp Hildebrand (Bild) sprach sich kürzlich für Helkoptergeld aus, das es seiner Meinung nach über den EU-Raum regnen sollte. 
© Bloomberg

Da die weltweiten Zentralbanken die Auswirkungen traditionellerer Instrumente - Zinsen und Wertpapierkäufe - erschöpft hätten, müsse der nächste Schritt mehr sein als ein Weiter so, sagte Dr. Philipp Hildebrand in einem Bloomberg TV-Interview am Donnerstag. Er fügte hinzu, dass der Euroraum wahrscheinlich die erste große Volkswirtschaft sein werde, die radikale Maßnahmen sehen werde, etwa “Geld direkt in die Taschen von Verbrauchern oder Unternehmen zu stecken”.

Das ist ein Konzept, das häufig als „Helikoptergeld“ bezeichnet wird und vom Nobelpreisträger und Ökonom Milton Friedman Ende der 1960er Jahre aufgebracht wurde. Hildebrand tat den Begriff als Schlagwort ab. Er argumentierte, dass die Zentralbanken einfach einen anderen Ansatz wählen müssten. “Am offensichtlichsten ist dies bei der Europäischen Zentralbank, weil sie am nächsten an dem Punkt ist, wo ein Weiter so einfach nicht mehr funktioniert”, sagte Hildebrand, der von 2010 bis 2012 Präsident der Schweizerischen Nationalbank war.

Wegen vermuteter Insiderhandelsverfehlungen - seine Frau betrieb Devisenhandelsgeschäfte - erklärte Hildebrand unter öffentlichem Druck im Januar 2012 seinen Rücktritt, strafrechtlich konnte ihm aber nichts nachgewiesen werden. Seit Oktober 2012 betreut er bei BlackRock in London als Vice Chairman institutionelle Anleger in Europa, dem Nahen Osten, Afrika und Asien sowie Pazifik. (kb)

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