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Evergrande: Notverkäufe geben Warnsignal

Chinas Krisenkonzern Nummer eins besorgt sich Cash, um weitere Kuponzahlungen leisten zu können. Analysten sind alarmiert über die Methode, mithilfe derer sich das Unternehmen liquide Mittel beschaffen muss.

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© fotogestoeber / stock.adobe.com

Der strauchelnde chinesische Mischkonzern Evergrande verscherbelt das Tafelsilber: Um seine Schuldenlast zu senken, verkauft er für umgerechnet rund 274 Millionen US-Dollar seine Anteile am Streaming-Unternehmen Hengten Network, berichtet unter anderem das "Handelsblatt". Unterm Strich macht Evergrande mit dem Verkauf einen Verlust: Die HengTten-Aktien werden mit einem Abschlag von 24 Prozent zum Schlusskurs vom Mittwoch (17. November) veräußert. Das Unternehmen benötigt aber dringend liquide Mittel. Ende Dezember läuft die nächste Zahlungsfrist ab: Dann werden Kuponzahlungen in Höhe von 255 Millionen Dollar fällig.

Warum werden keine Immobilien veräußert?
Analysten der US-Ratingagentur S&P zeigen sich durch den Eilverkauf alarmiert. Zwar verbessert sich dadurch die Liquiditätslage des Konzerns wenigstens kurzzeitig. Aber: "Das Unternehmen ist nicht mehr in der Lage, Immobilien zu verkaufen, was bedeutet, dass das Hauptgeschäftsmodell praktisch nicht mehr besteht", schreiben die Analysten in einem Bericht. Das mache es unwahrscheinlich, dass die Schulden vollständig zurückgezahlt werden.

Marktbeobachter befürchten Flächenbrand
Evergrande steht mit 300 Milliarden Dollar bei Banken und anderen Gläubigern in der Kreide. Der Verkauf der Anteile am "chinesischen Netflix", wie Hengten auch genannt wird, ist also nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Zahlungsfrist im Dezember könnte Evergrande mit dem Erlös vielleicht gerade noch schaffen. Spätestens im Frühjahr wird es aber eng: Dann stehen weitere Rückzahlungen in Höhe von 3,5 Milliarden Dollar an. Analysten machen sich zunehmend Sorgen darüber, dass die Krise auf Chinas Immobilienmarkt auf die globale Wirtschaft übergreifen könnte. (fp)

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