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Eurozone: Wachstum der Geldmenge bleibt auch im August hoch

Das Wachstum der Geldmenge M3 schwächt sich im August nur leicht von 10,1 Prozent auf 9,5 Prozent ab. Damit bleibt das Wachstum der breit gefassten Geldmenge hoch.

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© Matthias Haas / stock.adobe.com

Gerade auf dem europäischen Kontinent erzeugt dies bei vielen Bürgern ein Magendrücken. Die Furcht vor Inflation und Geldentwertung ist groß. Die massive Geldentwertung im Zuge des Zweiten Weltkrieges ist bei der älteren Bevölkerungsgruppe noch präsent. Es muss deshalb nicht weiter verwundern, wenn der deutliche Geldmengenanstieg vielerorts Crash-Befürchtungen befeuert.

Aber wie so oft sind die Zusammenhänge komplex
Die aktuelle Geldmengenausweitung sei Sondereffekten geschuldet, weiß Dr. Thomas Gitzel (Bild rechts), Chefökonom der VP Bank Gruppe. "Die Milliarden-Kreditprogramme der Regierungen spiegeln sich darin wider. Aber vor allem auch die Anleihekäufe der EZB manifestieren sich in der steigenden Geldmenge."

Überschussreserven der Banken bei der EZB gestiegen
Mit Blick auf die Notenbank-Statistik zeigt sich auch, dass die Überschussreserven der Geschäftsbanken bei der EZB sind über die vergangenen Monate um rund 1,3 Billionen Euro gestiegen sind. Linke Tasche, rechte Tasche: Die durch die Anleihekäufe entstandene Liquidität landet großteils wieder bei der EZB. Wenn das Geld aber nur bedingt in der Realwirtschaft ankommt, bleiben die Inflationsgefahren überschaubar. Die im Zuge der Corona-Krise angestiegenen Arbeitslosenquoten tun ihr Übriges. Solange die Löhne nicht steigen, bleibt jeglicher Inflationsdruck aus.

Derzeit - noch - kein Inflationsdruck
Es mag sich vielleicht fatalistisch anhören, doch die Billionen-schweren Anleihekäufe werden den jahrzehntelangen Trend fallender Inflationsraten nicht zum Kippen bringen. Gitzel dazu: "Es bedarf hierzu mehr. Der bevorstehende tief greifende demografische Wandel und die Knappheit an Arbeitskräften wird die Wende bringen. Fehlen Arbeitnehmer, bekommen Gewerkschaften wieder größere Verhandlungsmacht. Löhne werden zulegen, und die Unternehmen ihre höheren Kosten auf die Produkte umlegen. Das ist dann der Nährboden für höhere Teuerungsraten. Bis es so weit ist, bedarf es aber noch etwas Geduld." (kb)

 

 

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