Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
| Märkte
twitterlinkedInXING

Europcar lehnt Milliardengebot von Volkswagen ab: Kommt da mehr?

Die französische Europcar Mobility Group hat informierten Kreisen zufolge ein Übernahmegebot von VW abgelehnt. Dieses bewertete den Autovermieter den Angaben zufolge mit rund 2,2 Milliarden Euro. Aber vielleicht bessert VW ja später noch einmal nach...

7.jpg
© Krisztian Bocsi / Bloomberg

Wie Bloomberg im Erfahrung gebracht haben will, unterbreitete ein Konsortium unter der Führung des deutschen Automobilkonzerns Anfang des Monats eine Offerte über etwa 0,44 Euro je Aktie. Europcar halte das Angebot für zu niedrig, hieß es. Das französische Unternehmen wird von einer Gruppe von Hedgefonds kontrolliert. Zu der Gruppe der Bieter gehören auch Attestor Capital und die niederländische Pon Holdings, so die Informanten.

Zwölfprozentige Prämie für das Unternehmen in Schwierigkeiten
Gegenüber dem Schlusskurs von Europcar vom Dienstag würde das Gebot einen Aufschlag von etwa zwölf Prozent bedeuten. Die Aktien sind im Pariser Handel in diesem Jahr um neun Prozent gefallen, womit der Börsenwert auf rund 1,9 Milliarden Euro geschrumpft ist. Am Mittwoch stiegen die Papiere um bis zu zehn Prozent. In den USA hat das Unternehmen im Dezember Insolvenzschutz nach Chapter 15 beantragt. VW interessiert sich den Personen zufolge für die Infrastruktur und Technologie von Europcar, um seine Mobilitätsdienste zukunftsfest zu machen. Der Konzern wolle seine Angebot derzeit nicht erhöhen, dies könnte sich allerdings noch ändern, hieß es.

Schuldenrestrukturierung, Führung durch Gläubiger
Zu Beginn dieses Jahres strukturierte Europcar seine Schulden um, löste mehr als eine  Milliarde Euro an Verbindlichkeiten ab und übergab die Kontrolle über das Unternehmen an Gläubiger unter der Führung von Anchorage Capital Partners und Marathon Asset Management.

Wechselvolle Geschichte von Europcar
Volkswagen hatte Europcar 2006 für 1,26 Milliarden Euro an den französischen Finanzinvestor Eurazeo verkauft. Bloomberg hatte bereits vor einem Jahr berichtet, dass VW eine Übernahme der Ex-Tochter in Erwägung ziehe. Diese würde VWs Angebote in den Bereichen Mobilitätsdienste, Vermietung und Leasing auch für neue und gebrauchte Elektroautos erweitern, sagten damals mit der Situation vertraute Personen. Europcar-Aktien waren in den vergangenen 12 Monaten um zwei Drittel gefallen und markierten am 26. Februar in Allzeittief bei 0,25 Euro, als der Abschluss der Restrukturierung verkündet wurde. Das durchschnittliche 12-Monats-Kursziel der Aktienanalysten, die Bloomberg beobachtet, liegt aktuell bei 0,39 Euro.

Rivale Hertz kämpft sich zurück
In den USA kämpft sich Rivale Hertz gerade aus einem Chapter 11 Verfahren und profitiert von der zügig zurückkehrenden Nachfrage bei Privatreisen im Zuge des Abklingens der Pandemie - so stark, dass das Unternehmen kaum genug Fahrzeuge für die mietfreudige Kundschaft beibringen kann. (kb)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren