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Europas Banken uneins darüber, wohin die Reise geht

Die größten europäischen Banken sind unterschiedlicher Ansicht, wie sich die Wirtschaft vor dem Hintergrund der Folgen des Coronavirus entwickeln wird. Das führt auch zu sehr unterschiedlichen Erwartungen, wie viele ihrer Kredite notleidend werden.

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Ob sich die italienische Volkswirtschaft wie Phönix aus der Asche erheben wird, wenn das Land in der Eurozone verbleibt, wird sich noch zeigen müssen. 
© Alexander Sanchez / stock.adobe.com

Unter den größten Banken des Kontinents haben die Deutsche Bank und das französische Kreditinstitut Société Générale die rosigsten Schätzungen für die Euroraum-Wirtschaft abgegeben, während das italienische Geldinstitut UniCredit am pessimistischsten war. Die Banken haben auch unterschiedliche Rückstellungen für künftige notleidende Kredite gebildet. Somit könnten Investoren niedrigere Erträge erzielen, wenn sich die Wirtschaftsprognosen als zu optimistisch erweisen.

Tief im Keller - und dann?
Die Welt steht vor ihrer tiefsten Rezession seit Menschengedenken, nachdem die Bemühungen zur Eindämmung des Virus große Teile der Wirtschaft zum Erliegen gebracht haben. Die EZB hat die Kreditinstitute ermutigt, einen starken Anstieg der Rückstellungen zu vermeiden, der die Kreditvergabe drosseln könnte, wenn die Unternehmen diese am dringendsten benötigen. Das macht deutlich, wie abhängig die Region von Bankkrediten ist und wie schwach die Finanzinstitute nach Jahren mit Negativzinsen und schrittweisen Kostensenkungen sind.

Drei Diagramme
Diese zeigen, welche Banken in ihren Gewinnpräsentationen im ersten Quartal die optimistischsten beziehungsweise die pessimistischsten Ansichten zur Wirtschaft vertraten und wie sich dies auf ihre Risikovorsorge für künftige notleidende Kredite auswirkt. Die Prognosen entsprachen im Allgemeinen denen der eigenen Ökonomen in den Banken.

Rückstellungen für notleidende Kredite bei der Deutschen Bank am geringsten 

Die Deutsche Bank hat die Rückstellungen für zweifelhafte Kredite begrenzt und folgte dem EZB-Vorschlag, eine längerfristige Sichtweise einzunehmen und eine Erholung zu berücksichtigen, sagte Finanzvorstand James von Moltke. Die Bank verwies auch auf die Qualität ihrer Kreditnehmer sowie auf die Tatsache, dass ihre deutschen Kunden von einem der weltweit umfangreichsten Hilfspakete profitieren. Berenberg-Analysten zufolge hat die Deutsche Bank jedoch veraltete und zu optimistische Annahmen zur Wirtschaft getroffen. Die Bundesbank erwartet, dass die Banken ab dem dritten Quartal eine höhere Risikovorsorge melden werden.

Italienischer Ausreißer namens UniCredit
UniCredit scheint besonders Schreckliches für die eigen Wirtschaft zu prophezeien und gibt mit Abstand die pessimistischste Prognose für die Wirtschaftsentwicklung des eigenen Landes ab.

Italien befand sich im Epizentrum der Krise, und das zeigte sich, als UniCredit-CEO Jean Pierre Mustier von „wirtschaftlichen Katastrophen“ für Einzelpersonen und Unternehmen gleichermaßen sprach. Dies spiegelt sich auch im Ausblick der Bank für den Euroraum sowie ihren Rückstellungen wider, die zu den höchsten in der Region gehören.

UniCredit am pessimistischsten, erwartet aber auch stärkste Erholung

Italiens Banken pessimistischer als der IWF
Italienische Kreditinstitute sind bezüglich der Wirtschaftsentwicklung in diesem Jahr pessimistischer als der Internationale Währungsfonds. Intesa Sanpaolo, Italiens größte Bank, erwartet, dass die Tourismus-, Hotel- und Transportbranchen des Landes “massiv beeinträchtigt” sein werden. Die Finanzkraft italienischer Unternehmen und Familien in Verbindung mit staatlichen Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft dürfte sich laut Intesa-CEO Carlo Messina jedoch auch stärker erholen, als der IWF erwartet. (kb)

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