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Europas Aktienrallye hat weiteres Potenzial durch Kapitalzuflüsse

Europäische Aktien befinden sich in der Nähe eines Vier-Jahres-Hochs und technische Indikatoren signalisieren, dass die Rallye womöglich schon überzogen ist. Doch einige Signale sprechen noch immer für den Markt, der von den Investoren für den Großteil dieses Jahres ignoriert wurde.

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© ipopba / stock.adobe.com

Beflügelt vom Optimismus über die Handelsgespräche zwischen den USA und China hat der Stoxx Europe 600 den S&P 500 in diesem Herbst übertroffen und steuert mit einem Plus von bisher 20 Prozent auf sein bestes Jahr seit einem Jahrzehnt zu. Selbst die jüngsten Kursgewinne erscheinen moderat im Vergleich zu Abflüssen von 100 Milliarden US-Dollar aus den Aktienfonds der Region im Jahr 2019. Seit März 2018 haben Investoren fast ununterbrochen Geld aus auf Europa ausgerichteten Aktienfonds abgezogen. “Die Positionierung in Europa war in diesem Jahr schwach. Die Investoren schätzten die politischen Risiken als hoch ein und waren weiterhin sehr vorsichtig”, sagt Stefano Zoffoli, Chefstratege von Swisscanto Invest in Zürich gegenüber Bloomberg. “Dies könnte die Märkte in den nächsten drei bis sechs Monaten stützen.”

Größter europäischer Aktien-ETF zeigt höchste Mittelzuflüsse seit Februar 2018
Investoren scheinen endlich wieder Appetit auf europäische Aktien zu bekommen.

Quelle: Bloomberg

Nachdem europäische Aktien laut einer Umfrage von Bank of America (BofA) unter Fondsmanagern monatelang eine der weltweit am stärksten untergewichteten Positionen waren, stieg die Allokation im November auf den höchsten Stand seit August 2018.

Stimmungswandel begann Mitte Oktober
Dies geschah, als der Optimismus bezüglich einer Brexit-Vereinbarung und eine globale Umschichtung in Substanzwerte drei Wochen lang zu Zuflüssen in Höhe von rund 3,3 Milliarden Dollar führten.

Die Bewertungen sprechen auch weiterhin für Europa
Das sagt Manish Kabra von BofA. Der Stratege erwartet, dass die Renditedifferenz zwischen Aktien und Anleihen in Europa in der Nähe eines 100-Jahres-Hochs bleibt. Auch notieren die Euroraum-Aktien im Verhältnis zur globalen Konkurrenz auf einem 50-Jahres-Tief. BofA ist bei Aktien aus dem Euroraum und dem Vereinigten Königreich übergewichtet. “Europa ist im Grunde immer noch voller Extreme”, erklärt Kabra, Leiter der europäischen Aktienstrategie bei der BofA. “Wir raten dazu, weiterhin eine Kaufposition beizubehalten und die technischen Rückschläge auszusitzen, bis die Renditen der deutschen Bundesanleihen in den positiven Bereich kommen.”

Europäische Aktien handeln nahe einem Rekordabschlag zu amerikanischen 
Abgetragen ist der Spread in den Kurs-Buchwert-Verhältnissen von S&P 500 und Stoxx Europe 600

Quelle: Bloomberg

Erneute Kapitalzuflüsse in Aktien in den letzten Wochen
Diese waren laut den Strategen von Citigroup ein globales Phänomen. “Der November dürfte der erste Monat mit Zuflüssen in Aktienfonds für Schwellen- und Industrieländer in zwei Jahren zu werden”, schrieben die Strategen in einer Notiz. Einige Händler haben am Mittwoch Gewinne bei europäischen Aktien mitgenommen, als der Stoxx Europe 600 um 0,8 Prozent gefallen war. Alberto Tocchio, CIO bei Colombo Wealth, sagt, er habe europäische Aktien verkauft und Schutz durch Put-Options-Spreads und Volatilität erworben. “Es ist Zeit, Gewinne mitzunehmen und auf Volatilität zu setzen, um die Portfolios bestmöglich zu schützen”, so Tocchio gegenüber Bloomberg. “Die Märkte sind derzeit sehr überhitzt.“

Technische Indikatoren schlagen Alarm
Der 14-tägige Index der relativen Stärke beim Stoxx Europe 600 schloss am Dienstag über 70 - ein Niveau, dass einige Analysten als Signal dafür sehen, dass die Aktien überkauft sind und vor einem Rückgang stehen.

Andere Gefahrenmomente
Die konjunkturelle Abkühlung in Deutschland, die Spannungen in der britischen Politik und das Risiko einer erneuten Eskalation des Handelskrieges zwischen den USA und China sind Gefahren für die wachsende Popularität europäischer Aktien. Allerdings zeigten am Mittwoch veröffentlichte Daten, dass die Industrieproduktion im Euroraum im September den zweiten Monat überraschend gestiegen ist. Dies könnte ein Zeichen sein, dass die Wirtschaft den Einbruch allmählich hinter sich lässt.

Leicht zu überspringende Hürden in Europa
Zumindest derzeit bietet der Aktienmarkt, der bis vor kurzem nur sehr wenige Fans hatte, Grund für Optimismus. “Unsere Bewertungsanalysen zeigen weiterhin eine Präferenz für europäische Aktien”, sagt Andrew Cole, Leiter Multi-Asset bei Pictet Asset Management in London. “Die Erwartungen an das Wirtschaftswachstum in Europa sind niedrig, und es besteht Spielraum für mühelose Zielübertreffungen, die von monetären und fiskalpolitischen Anreizen unterstützt werden.” (kb)

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