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Europäischer Gaspreis erreicht Drei-Jahres-Hoch

Der Preis europäischer Gasfutures hat einen neuen Rekordstand auf Sicht von drei Jahren erreicht. Das liegt an verschiedenen Faktoren, wobei der Krieg im Nahen Osten wohl der gravierendste Grund ist.

Diese Schiffe werden - sofern vollbetankt - gerne in Europa gesehen. 
Diese Schiffe werden - sofern vollbetankt - gerne in Europa gesehen. © vladsv / stock.adobe.com

Eckpunkte:

  • Neue Höchststände beim europäischen Gaspreis
  • Das könnte Heizen und viele Produke verteuern
  • Der hohe Preis hat aber auch den Vorteil, dass mehr LNG-Lieferungen erfolgen

Europäischer Gaspreis erreicht Drei-Jahres-Hoch
Die europäischen Erdgaspreise haben zur Wochenmitte den höchsten Stand seit Januar 2023 erreicht. Erneute Militärschläge zwischen den USA und dem Iran dämpfen die Hoffnungen auf eine baldige Wiederaufnahme des normalen Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus. Das ist einem Bloomberg-Bericht zu entnehmen.

Die Benchmark-Futures legten am Mittwoch um bis mehr als vier Prozent zu. Der Grund: Die USA führten weitere Angriffe auf den Iran durch. Der Iran reagierte mit Drohnen- und Raketensalven gegen amerikanische Stützpunkte im gesamten Nahen Osten.

Versorgungsengpass droht
US-Präsident Donald Trump dämpfte die Erwartungen einer Vereinbarung zur Beendigung des Konflikts. Der Iran-Krieg dauert schon seit mehr als sechs Monaten. Er hat etwa ein Fünftel der weltweiten Lieferungen von Flüssigerdgas zum Erliegen gebracht. Europa steht zunehmend unter Druck, sich mit Blick auf den Winter Lieferungen zu sichern, während Käufer weltweit um das verfügbare Angebot konkurrieren.

“Wir erwarten keine Energiekrise wie 2022, aber Europa bleibt strukturell anfällig für einen weiteren Gasschock”, sagte Morningstar-Analyst Tancrède Fulop. Er erwartet, dass die europäische Gasbilanz im kommenden Jahr angespannt bleibt. Eine deutliche Normalisierung der Preise sei vor 2028 unwahrscheinlich, wenn neue globale LNG-Kapazitäten in Betrieb gehen.

Die anhaltenden Unterbrechungen gefährden Europas Bemühungen, die Gasvorräte vor dem Winter wieder aufzufüllen. Die Speicher sind derzeit nur zu 65 Prozent gefüllt. So niedrig war der saisonale Füllstand seit Statistikbeginn im Jahr 2009 noch nie.

Die Preise müssen auf erhöhtem Niveau bleiben, damit die Region mehr LNG-Lieferungen anziehen kann. Auch Asien ist bestrebt, sich ausreichende Gaskontingente zu sichern - und die Kapazitäten sind begrenzt. (aa)

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