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Euro pirscht sich an den Greenback heran

Der Anteil des Euro an den weltweiten Währungsreserven steigt um immerhin sechs Prozent. Die US-Währung bleibt mit einem Gesamtanteil von mehr als 60 Prozent zwar nach wie vor der unangefochtene Platzhirsch, eine gewissen Bedeutungs-Erosion des Dollar lässt sich aber nicht leugnen.

benoit Coeuré ezb
EZB-Direktor Benoît Coeuré sieht die Euro-Stärke nicht zuletzt einer Dollar-Schwäche geschuldet.
© Bess Adler / Bloomberg

Der Euro hat seine Stellung als zweitgrößte Reservewährung der Welt verstärkt. Wie die Europäische Zentralbank (EZB) heute mitteilte, erreichte der Anteil des Euro an den weltweiten Währungsreserven Ende vergangenen Jahres bereinigt um Wechselkurseffekte 20,7 Prozent – Ende 2017 waren es 19,5 Prozent, wie ver Bankenverband berichtet. Der Euro habe von der Umschichtung "weg vom Dollar" profitiert, wird EZB-Direktor Benoît Coeuré in einer Aussendeung des Verbands zitiert.

Erosion seit 1999
Der US-Dollar blieb aber mit einem weltweiten Anteil von 61,7 Prozent die unangefochtene Leitwährung. Dies ist allerdings der niedrigste Stand seit der Einführung des Euro an den Finanzmärkten im Jahr 1999. Noch vor der Jahrtausendwende lag der Anteil der US-Währung bei mehr als 70 Prozent. Die Notenbank machte vor allem Dollarverkäufe von Schwellenländern für den gesunkenen Anteil des Dollar verantwortlich. Diese hätten ihre Währungsbestände breiter gestreut. Auch die Handelsstreitigkeiten zwischen China und den USA spielten eine Rolle. Die Volksrepublik verringerte vor diesem Hintergrund ihre Dollar-Bestände. Sie reduzierte der EZB zufolge ihre Bestände an US-Staatsanleihen in einer Größenordnung von rund 60 Milliarden Dollar (53 Milliarden Euro). Zudem verringerte Russland seine Dollarbestände um rund 100 Milliarden Dollar (88 Milliarden Euro) und erhöhte seinen Euro-Anteil.

Viele Staaten setzen seit geraumer Zeit neben dem Euro auch verstärkt auf Währungen wie den japanischen Yen und den chinesischen Renminbi. Die chinesische Währung baute ihren Anteil aus, der aber zuletzt lediglich bei rund 2 Prozent lag. EZB-Direktor Coeuré erhofft sich von einer Vertiefung der Europäischen Währungsunion einen "Schub für die globale Rolle des Euro". (hw)

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