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Die neue Normalisierung

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Seit 2009 haben die Zentralbanken ihre Bilanzen auf beispiellose Art aufgebläht. Angesichts des weltweit verbesserten Wirtschaftsumfelds hat die Notwendigkeit einer „Normalisierung“ – Anhebung der Zinsen und Reduzierung der Bilanzen – zu einer vierten Welle des Tapering geführt.

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Erste 100-jährige-EUR-Anleihe im Benchmark-Format bringt - Österreich!

Österreich gibt den Vorreiter bei „ultra-ultra“-Langläufern in der Eurozone. Die LBBW berichtet von einer hohen Nachfrage jenseits von sechs Milliarden Euro. Der voraussichtliche Emissions-Spread von rund 50 Basispunkte über der 30-jährigen bringt eine Emissionsrendite knapp über zwei Prozent.

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Die Republik Österreich bleibt einer der Vorreiter bei der Emission von Anleihen mit
„ultra-ultra“-langer Laufzeit, also von Anleihen, deren Fälligkeit mehr als 30 Jahre, der
klassischerweise längsten Benchmark-Laufzeit, in der Zukunft liegt. 2012 war die Alpenrepublik - nach Frankreich - der zweite staatliche Emittent aus dem Euroraum, der eine 50-jährige Anleihe im Benchmark-Format platzierte, 2016 folgte dann eine Anleihe mit 70-jähriger Laufzeit. Und nun geht Österreich mit seiner ersten „Jahrhundert-Anleihe“ an den Start. 

50 Jahre sind nicht mehr so exotisch, 100 Jahre noch immer

Der 50-jährige Laufzeitbereich ist inzwischen nicht mehr ganz so exotisch, wie vor fünf Jahren, als Österreich hier sein Debüt gab, denn das anhaltende Niedrigzinsumfeld bringt die Interessen von Anlegern und Emittenten in diesem Laufzeitsegment zusammen: Die Emittenten können sich sehr günstige Finanzierungskonditionen für extrem lange Laufzeiten sichern, während die Anleger immerhin eine gewisse Zusatzrendite gegenüber einer 30-jährigen Anleihe erwarten können.

Irland und Belgien hatten schon 100-jährige Bonds als Private Placement platziert

Neben Frankreich und Österreich haben daher mittlerweile auch Belgien, Irland, Spanien und Italien Staatsanleihen mit mehr als 30-jähriger Laufzeit emittiert. Mit seiner „Jahrhundert-
Anleihe“ ist Österreich nun, streng genommen, nicht der Erst-Emittent am Euro-Govies-Markt aus dem Euroraum, denn Irland und Belgien waren hier bereits mit Privatplatzierungen (Private Placements; PP) aktiv.

Emission im Doppelpack 

Die Alpenrepublik platziert am Dienstag aber die erste 100-jährige Euro-Anleihe im Benchmark-Format. Die Neuemission kommt im Doppelpack mit der Begebung einer fünfjährigen österreichischen Bundesanleihe. Die Nachfrage der Anleger nach der „Jahrhundert-Anleihe“ ist extrem hoch, die Orderbücher des Bankenkonsortiums, das die syndizierte Emission begleitet, füllten sich schnell mit mehr als sechs Milliarden Euro. Das Zuteilungsvolumen wird noch festgelegt.

Starkes Investoreninteresse

Dieses ermöglicht es dem Emittenten, die ursprüngliche Spanne für den Emissionsspread auf 50-55 bps (Basispunkte) über der aktuellen 30-jährigen österreichischen Benchmarkanleihe zu kürzen. Da die 30-jährige Anleihe derzeit bei gut 1,50 Prozent rentiert, würde eine Preisfindung am unteren Rand dieser Spanne zu einer Emissionsrendite minimal jenseits der zwei Prozent-Marke führen. Österreichs 100-jährige Debütanleihe bietet Anlegern somit bei Emission einen Aufschlag von rund 20 bps gegenüber der Sekundärmarktrendite der im Vorjahr emittierten 70-jährigen Anleihe. Sie liegt somit fast gleichauf mit den (allerdings illiquiden) 100-jährigen Privatplatzierungen Irlands und Belgiens. (kb)

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