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Erinnerungen an das Taper Tantrum werden wach

Das makroökonomische Umfeld sowie die Situation an den Zins- und Währungsmärkten erinnert durchaus an 2013. Welche Unterschiede es jedoch gibt, und warum das Risiko einer plötzlichen Umkehr der Kapitalströme geringer ist, analysier Capital-Investment Director Peter Becker.

Powell
Fed-Chef Jerome Powell hat die Leitzinsen angehoben. Das zieht gravierende Konsequenzen nach sich.
© Eric Lee / Bloomberg

Peter Becker, Investment Director für Fixed Income bei Capital Group,  sieht auf der Grundlage des hauseigenen Modells zur fundamentalen Bewertung von Wechselkursen den US-Dollar derzeit als überbewertet an, "und in Anbetracht der unterschiedlichen Wachstumsaussichten und Realzinsdifferenzen zwischen den USA und dem Rest der Welt wird dies wahrscheinlich noch einige Zeit so bleiben. Die Währungen der Schwellenländer hingegen sind aus unserer Sicht derzeit unterbewertet, wobei es bei einigen schnell wachsenden Volkswirtschaften zu einer gewissen Aufwertung ihres Wechselkurses gegenüber dem US-Dollar kommen könnte."

Erinnerungen, keine Wiederholung
Während das aktuelle Szenario an 2013 erinnert, seien die Haushaltsdefizite und die Staatsverschuldung der Schwellenländer heute allerdings höher als früher, wenngleich ihre Staatsverschuldung immer noch weit unter dem Niveau der Industrieländer liegt und  überschaubar bleibt. "Zudem sind die Schwellenländer im Vergleich zu 2013 weniger auf ausländische Kredite angewiesen. Viele Schwellenländer haben die Laufzeiten ihrer Anleihen verlängert und zugleich sind weniger Lokalwährungsanleihen in der Hand ausländischer Investoren. Entsprechend ist das Risiko einer plötzlichen Umkehrung der Kapitalströme heute geringer", so Becker.

Auch sei die Inflation in den Schwellenländern ist aktuell deutlich höher als 2013. Der jüngste Anstieg der Rohstoffpreise habe die Beschleunigung der Teuerungsrate noch weiter verstärkt, die in den Unterbrechungen der globalen Lieferketten infolge der Pandemie ihren Ursprung hatte. Interessant ist, dass die Kerninflation in den Schwellenländern im Vergleich zu den Industrieländern moderat ausfällt. Dies sei zum Teil darauf zurückzuführen, dass die Schwellenländer derzeit eine schwächere wirtschaftliche Erholung erleben, aber auch darauf, dass die Zentralbanken der Schwellenländer die Zinssätze schon früher angehoben haben.

Solidere Außenbilanzen der EMs
Allerdings habe sich "die Außenbilanzen vieler Schwellenländer haben sich verbessert. Die coronabedingten Beschränkungen wirkten sich in den Schwellenländern stärker auf die Inlandsnachfrage aus als in den Industrieländern, wobei letztere in der Lage waren, umfangreiche Entlastungspakete zu schnüren, während unterbewertete Wechselkurse auch die Wettbewerbsposition der Schwellenländer verbesserten. Dies dürfte sich 2022 für Importeure von Rohstoffen aus Schwellenländern ändern, da sich die Inlandsnachfrage erholt und die Corona-Beschränkungen gelockert werden. Dennoch dürften die Leistungsbilanzdefizite kein großes politisches Problem darstellen, da die wirtschaftsstärkeren Schwellenländer ihre Importdefizite deutlich unter dem Niveau von 2013 und dem Niveau von vor der Pandemie halten werden und der erwartete Aufschwung des Tourismus die Lage der Schwellenländer verbessern dürfte.“ (hw)

 

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