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Energiewende könnte Silberpreis in lichte Höhen führen

Die Nachfrage nach Silber steigt. Dafür sind nicht nur Spekulanten verantwortlich, sondern auch die Energiewende. Der Manager des Edelmetallfonds OFI Precious Metals erklärt die Zusammenhänge.

Benjamin Louvet, Fondsmanager des OFI Precious Metals Funds bei OFI Asset Management
Benjamin Louvet, OFI Asset Management
© OFI Asset Management

Bei den Edelmetallen ist derzeit gerade Silber bei Investoren en vogue. So sind die ETF-Käufe auf Silber seit Anfang des Jahres schneller als die auf Gold gestiegen. Die Bestände erhöhten sich um 50 Prozent auf 900 Millionen Unzen, erklärt Benjamin Louvet, Fondsmanager des OFI Precious Metals Funds bei OFI Asset Management.

Silber benötigte zwar länger als Gold, um sich von der relativ schlechten Performance in den letzten Monaten wieder zu erholen. Die Nachfrage, insbesondere von der Industrie, die etwa 51 Prozent der Silberabnahme ausmacht, war zwischenzeitlich zusammengebrochen, berichtet Louvet. Aber auch die Angebotsseite hatte durch die Pandemie gelitten. Der Großteil der Produktion kommt aus Süd- und Mittelamerika, zwei Regionen, die von der Gesundheitskrise hart getroffen wurden. Ende Mai hatten bis zu 66 Prozent der Produktionsanlagen ihren Betrieb eingestellt. Inzwischen normalisiert sich die Lage. Allerdings ist die Situation in einigen Ländern immer noch sehr unsicher.

Hat Silber eine goldene Zukunft?
Im aktuellen makroökonomischen Klima würde Silber laut Louvet wahrscheinlich weiterhin das Beste aus seinem Edelmetallstatus machen und sich wie Gold von der Aussicht auf niedrigere Realzinsen leiten lassen. "Wenn der Preis jedoch noch höher steigen soll, muss Silber, zum Beispiel in der Industrie, neue Wachstumsquellen finden," hält Louvet fest. 

Abhängigkeiten drohen
Die Aussichten für Silber sind vielversprechend. Silber wird zunehmend in Technologien zur Energieumwandlung eingesetzt. Eine der Anwendungen ist die Elektromobilität. Silber ist ein ausgezeichnetes leitfähiges Element; es wird zwar nicht zur Herstellung von Batterien verwendet, aber zur Herstellung einzelner Zellen in Baugruppen oder für die Bordelektronik. Allein die Automobilindustrie hat heute einen jährlichen Bedarf von 40 Millionen Unzen, etwa fünf Prozent des gesamten Silberabbaus. Da das Elektroauto in den kommenden Jahren wohl einen Boom erleben wird, schafft dies eine neue Nachfragequelle, die die Preise in die Höhe treiben wird.

Energieproduktion und -speicherung braucht Silber
Auch die Nachfrage nach Silber in Batterien zur Energiespeicherung könnte steigen - und in der Energieproduktion. Silber ist aufgrund seiner leitenden Eigenschaften ein wesentlicher Bestandteil in der Photovoltaikindustrie. Obwohl sich die Technologie weiterentwickelt hat und die pro Panel verwendete Silbermenge verringert wurde, führte das Wachstum zu einer Verdoppelung der Nachfrage zwischen 2014 und 2019. Dieser Sektor allein wird 2020 über zwölf Prozent der weltweiten Silberproduktion ausmachen. Da Pläne zur Weiterentwicklung der Technologie angekündigt wurden, könnte der Anteil dieses Sektors am Silberverbrauch steigen und die Silberpreise weiter steigen lassen.

"Die Weltbank mahnte kürzlich, dass wir beim Übergang zu elektrischen Technologien und erneuerbaren Energien Gefahr laufen, von der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen in eine Abhängigkeit von Metallen hineinrutschen", merkt Louvet an. 

Die Weltbank zeigte ein Szenario, das mit einer globalen Erwärmung von weniger als 2°C die Nachfrage nach Silber auf etwas mehr als 300.000 Tonnen steigen könnte, d.h. auf mehr als die derzeitige Produktion von zehn Jahren. Und dies betrifft nur die Energieproduktion. Silber ist aber auch ein Metall, dessen Anwendungen sich weiter entwickeln könnten. Neue Batterietechnologien, die als "Festkörper-Lithium" bezeichnet werden - im Gegensatz zu den Lithium-Ionen-Batterien - erproben beispielsweise den Einsatz von versilberten Graphitanoden.

"Das zukünftige Wachstumspotenzial für Silber ist entsprechend groß – vorausgesetzt, die Wirtschaft findet zu ihrem normalen Tempo zurück. Kurzfristig bleibt die Entwicklung des Edelmetalls aber eng mit dem Schicksal von Gold verbunden", erklärt Louvet.

Über den Edelmetallfonds von Benjamin Louvet
Der Franzose verwaltet den UCITS-Fonds „OFI Precious Metals“. Er investiert konstant zu 35 Prozent in Gold und jeweils zu 20 Prozent in Silber, Platin und Palladium. Die restlichen fünf Prozent des Portfolios sind in Eurodollar investiert (3-Monats-LIBOR). Dieser Ansatz ermöglicht Anlegern einen breiten Zugang zu den wichtigsten Edelmetallen über Swaps, denn Louvet investiert nicht in die Rohstoffe selbst. Der 2012 aufgelegte Fonds ist in Euro währungsgesichert und börsentäglich liquide. (aa)

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