Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
| Märkte
twitterlinkedInXING

Energiewende: Chris Iggo über Sieger und Verlierer

Chris Iggo, CIO Core Investments bei AXA Investment Managers, analysiert die langfristigen Auswirkungen des Bedeutungsverlusts von Öl und des Aufstiegs der Erneuerbaren Energien. Das könnte massive Auswirkungen auf die globalen Finanzströme und damit auf die strategische Asset Allokation haben.

Chris Iggo, AXA Investment Managers
Chris Iggo, AXA Investment Managers
© AXA Investment Managers

In seinem aktuellen Kommentar erläutert AXA IMs Chris Iggo, CIO Core Investments, die langfristigen Auswirkungen einer abnehmenden Abhängigkeit von Öl und erklärt, warum sie sowohl für Klima als auch Weltwirtschaft vorteilhaft sein könnte. „Kürzlich schrieb ich bereits, dass die Energiewende für die Weltwirtschaft genauso transformativ sei wie die digitale Revolution. Heute sage ich: Sie könnte noch bedeutender sein."

Lange Zeit waren fossile Brennstoffe die zentrale Energiequelle. In den kommenden Jahren werden erneuerbare Energien diesen Rang jedoch einnehmen. Elektrizität wird in Sektoren wie Verkehr oder Wohnen der zentrale Brennstoff sein und sie wird zu großen Teilen aus erneuerbaren Quellen stammen.

Die Sonne denkt nicht politisch Da fossile Brennstoffe nicht gleichmäßig auf der Welt verteilt sind, konnten einzelne Staaten über sie bestimmen und Unternehmen auswählen, die von ihnen profitieren. Viele geopolitische und ethische Fragen waren mit der Erschließung und dem Handel fossiler Brennstoffe verbunden.

Die Sonne scheint dahingegen an vielen Orten der Welt und Wind weht überall. Länder, die arm an fossilen Brennstoffen sind, erfreuen sich zukünftig möglicherweise an einem Reichtum an erneuerbaren Energien. Die Energiewende hat damit das Potenzial, nationale Wirtschaftsgeschicke zu verändern, langfristig Wachstum und Produktivität zu stärken, Handelsbilanzen zu beeinflussen und das geopolitische Kräfteverhältnis zu verändern.

Petrodollars verliert an Bedeutung
Auch auf den US-Dollar könnte sich die Entwicklung langfristig auswirken. Der Handel mit Öl und Erdgas wurde bisher in US-Dollar abgewickelt. Global verteilte erneuerbare Energien werden dahingegen die Abhängigkeit von einer einzelnen Währung reduzieren. Der "Petrodollar" gehört damit der Vergangenheit an.

Asien und China im Aufwind
Es wird laut Iggo nicht mehr notwendig sein, bestimmte Währungen an den US-Dollar zu koppeln. Gleichzeitig wird China eine wichtigere Rolle in der globalen Energieproduktion spielen. Das Land ist bei der Entwicklung erneuerbarer Energien und damit verbundener Technologien gut positioniert. Gute Wirtschaftsaussichten und Veränderungen in der globalen Energiestruktur sprechen laut Iggo dafür, langfristig bullisch beim Renminbi gegenüber dem US-Dollar zu sein.

Nachhaltige Investments mit Potenzial
Die Entwicklung von Technologien im Bereich erneuerbarer Energien hat in jüngster Zeit viel Investitionskapital angezogen und die Aktienkurse aus diesem Bereich sind stark gestiegen. Während ein deutlicher Fokus zwar weiterhin auf den FAANGs (Facebook, Apple, Amazon, Netflix und Google) liegt, verzeichnet zeitgleich der Sektor der erneuerbaren Energien einen Boom –eine Entwicklung, die Iggo zufolge anhalten wird.

So gibt es etwa noch große Investitionspotenziale im Ausbau der Kapazitäten für solche Energien, in Infrastrukturprojekten für E-Mobilität und den Transport von Wasserstoff sowie in der Anpassung bestehender Industrieprozesse an die neuen Energiequellen.

Darüber hinaus sorgen der europäische Green Deal und die grünen Infrastrukturpläne von Präsident Biden für Rückenwind. Durch sie werden enorme öffentliche Mittel zur Verfügung gestellt. Durch stärkere ESG-Regularien innerhalb der Investment-Community werden letztlich jene Unternehmen belohnt, die an der Verwirklichung einer kohlenstofffreien Zukunft beteiligt sind. "Ich bin daher optimistisch, dass der Sektor langfristig zu den Outperformern gehören wird", erklärt Iggo abschließend. (aa)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren