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Energiemarkt: Hitzewelle treibt Spotpreise

Die sich verschärfende Hitzewelle treibt Europas Strompreise auf Mehrjahreshochs. Hohe Kühlnachfrage trifft auf gedrosselte Kernkraft und schwache Windkraft. In Deutschland erreicht der Spotpreis den höchsten Stand seit Juni 2024, in Frankreich seit August 2023.

Die Hitzewelle in Westeuropa hält den Energiemarkt in Atem.
Die Hitzewelle in Westeuropa hält den Energiemarkt in Atem.© elena / stock.adobe.com

ECKPUNKTE:

  • Rekordhohe Kühlnachfrage trifft auf gedrosselte französische Kernkraft und schwache Windkraft
  • Der deutsche Spotpreis erreicht mit 545,51 Euro je Megawattstunde den höchsten Wert seit Juni 2024
  • In Frankreich klettert der Preis auf 268,67 Euro je Megawattstunde, so viel wie zuletzt im August 2023

Die Hitzewelle in Westeuropa lässt die Stromnachfrage zur Kühlung auf Rekordwerte steigen. Weil zugleich die französische Kernkraft gedrosselt wird und die Windkraft kaum liefert, sind die Spotpreise in Deutschland und Frankreich auf den höchsten Stand seit Jahren geklettert.

Bemerkenswert erscheint, wie ungünstig sich verschiedene Einflussfaktoren verstärken. Auf der Nachfrageseite treibt die Hitze den Kühlbedarf an: Vaisala und die Commodity Weather Group rechnen mit rekordhoher Stromnachfrage. Auf der Angebotsseite drosselt die französische Kernkraft zur Einhaltung von Umweltauflagen ihre Erzeugung. Electricité de France nimmt den Reaktor Golfech 2 wegen der hohen Temperaturen der Garonne von Montagnacht bis zum 30. Juni vom Netz und schließt weitere Abschaltungen im Wochenverlauf nicht aus. Zugleich liefert die Windkraft unter dem Hochdrucksystem kaum etwas.

Spotmarkt im Ausnahmezustand
Der deutsche Strompreis für Lieferung am Dienstag erreiche in der Folge laut Epex-Spot-Daten in der Stunde von 20 bis 21 Uhr ein Maximum von 545,51 Euro je Megawattstunde – der höchste Wert seit Juni 2024. In Frankreich klettert der Preis im selben Zeitfenster auf 268,67 Euro je Megawattstunde, so viel wie zuletzt im August 2023. Dass es bei einem einmaligen Ausschlag bleibt, glaubt im Markt niemand. „Ähnlich hohe Preise sind an mehreren Tagen dieser Woche zu erwarten“, sagt Yiannis Papamikrouleas, Head of Trading bei DEPA Commercial.

Quelle: Bloomberg


Damit dürfte es nicht getan sein. „Es besteht eine gute Chance, dass wir in diesem Sommer weitere Hitzewellen sehen“, sagt Jason Nicholls, leitender internationaler Meteorologe bei AccuWeather gegenüber Bloomberg. (hw/bloomberg)

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