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Finanzmarkt-Ausblick 2020

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Wie geht es 2020 weiter mit der Weltwirtschaft und was bedeutet der Führungswechsel an der EZB-Spitze für die europäische Geldpolitik? PIMCO-Chefökonom Joachim Fels erläutert im Video den Konjunkturausblick und die Schlussfolgerungen für die Asset-Allokation.

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Emerging Markets sind die nächste Blase auf der Renditejagd

Im Fall einer Rezession werden die Schwellenländer-Assets am stärksten leiden, sagt David Levy, Chairman des Jerome Levy Forecasting Center im Bloomberg Talk. An die Risiken bei Emerging Markets Debt (EMD) wird man aktuell in den Fällen Chile, Ecuador und Libanon erinnert.

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© trendobjects / stock.adobe.com

Während sich viele Aktien- und Renten-Indizes sowie Währungen in der Nähe ihrer Hochs von Anfang August befinden, zeigen politische Krisen den Investoren immer wieder, dass die Bäume in den Schwellenländern auch bei Anleihen nicht in den Himmel wachsen. Zu nennen sind hier neben Ecuador Argentinien, die Türkei und Südafrika, zu denen kürzlich noch Chile und der Libanon hinzukamen. Die höheren Renditen gibt es nicht ohne entsprechende Risiken im EMD-Segment des Bondmarktes.

Erinnerungen an die Subprime-Krise kochen hoch
David Levy erinnert die Kombination aus Renditejagd und erhöhten Verschuldungsniveaus in den Schwellenländern frappant an den US-Immobilienmarkt vor Ausbruch der Finanzkrise: "Die Vermögenspreisblase dieses Zyklus ist der Schwellenländersektor. In der nächsten Rezession werden sie Emerging Markets vor gravierenden Problemen stehen." 

Sorgenkind Lateinamerika, aber nicht nur
Dazu kommt, dass jüngst auch Chile, das Land Lateinamerikas mit dem besten Schuldenrating, von Protesten überschattet wird, so dass die Regierung den Notstand ausrufen musste. Der Peso gab um 1,9 Prozent nach, die Aktien fielen um 4,6 Prozent. Dies zeigt die Fragilität dieses bis dato stabilen Landes in Lateinamerika sehr deutlich. In Ecuador eskalierten die Ausschreitungen, als Präsident Lenin Moreno die Treibstoffsubventionierung einstellte.

Im Fall Argentiniens herrscht vor der sonntäglichen Präsidentschaftswahl unter den Investoren schon seit längerem Unruhe, da ein Sieg des Links-Kandidaten Alberto Fernandez erwartet wird. Bei kurzlaufenden, auf US-Dollar lautenden libanesischen Staatsanleihen stiegen die Renditen jüngst auf 24 Prozent, als es der Regierung nicht recht gelang, Demonstrationen in Schach zu halten, die sich gegen schlechter werdende wirtschaftliche Bedingungen richteten. 

Vermehrt Material am Markt
Das Volumen an Eurobond-Emissionen von Schwellenländeranleihen hat dieses Jahr schon das aggregierte Volumen des Vorjahres übertroffen, da die Emittenten die hohe Nachfrage nach ihren Anleihen zur Platzierung von neuen Anleihen nutzen. Im year-to-date Vergleich über die ersten drei Quartale mit dem Vorjahr zeigen Bloomberg-Daten, dass 20 Prozent mehr emittiert wurde. Die Gesamtemissionen an Staatsanleihen und Corporate Bonds aus dem Schwellenländer-Segment haben dieses Jahr schon 525 Milliarden US-Dollar erreicht. 

Ermüdungserscheinungen
Ob die Geldquellen im letzten Quartal auch so munter sprudeln werden, muss sich erst zeigen. Sergey Dergachev, Senior Portfolio Manager bei Union Investment in Frankfurt, sagte im Bloomberg Talk, dass die Investoren es leid seien, sich mit geopolitischen Risiken in Schwellenländern zu befassen. Sie versuchten, über die Schlagzeilen betreffend Demonstrationen und Sanktionen hinwegzuschauen. Doch diese Warnungen auf lange Sicht zu ignorieren, könnte schmerzhafte Erfahrungen bedeuten. (kb) 

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