EM-Anleihen: Auf diese Länder setzt William Blair
William Blair bleibt für Hartwährungsanleihen aus Schwellenländern positiv. Trotz engerer Credit-Spreads sieht Portfoliomanager Marco Ruijer attraktive Renditechancen – von Argentinien über Mexiko bis Oman. Entscheidend ist die Länderauswahl.

Eckpunkte:
- Argentinien, Elfenbeinküste und El Salvador bei High Beta favorisiert
- Mexiko, Rumänien und Kolumbien bei Medium Beta übergewichtet
- Paraguay, Oman und VAE bei Low Beta bevorzugt
Hartwährungsanleihen aus Schwellenländern haben trotz geopolitischer Unsicherheiten im zweiten Quartal kräftig zugelegt. Eine bessere Risikostimmung, nachlassende Inflationssorgen und robuste Fundamentaldaten stützten die Assetklasse. Marco Ruijer, Portfoliomanager im Emerging-Markets-Debt-Team von William Blair Investment Management, bleibt entsprechend zuversichtlich.
Zwar hätten sich die Credit-Spreads nach der starken Entwicklung verengt, die Bewertungen seien aber weiterhin attraktiv. "Die absoluten Renditen bieten überzeugende Chancen, insbesondere für aktive Anleger, die in der Lage sind, attraktive Bewertungen über Länder und Sektoren hinweg zu identifizieren", so Ruijer.
William Blair ordnet die Märkte nach ihren Risikoprofilen in High-, Medium- und Low-Beta-Gruppen ein. Dieser Ansatz soll die Unterschiede zwischen den Ländern besser erfassen als eine regionale Einteilung.
Argentinien bei High Beta favorisiert
Unter den High-Beta-Märkten ist William Blair in Argentinien, der Elfenbeinküste und El Salvador übergewichtet. Argentinien befinde sich "weiterhin auf einem positiven fundamentalen Pfad", unterstützt durch Haushaltsdisziplin und den Aufbau von Zentralbankreserven.
Kenia, Nigeria und Pakistan sind dagegen untergewichtet. Bei Nigeria haben sich die Spreads aufgrund der positiven Effekte höherer Ölpreise deutlich verengt. Inzwischen hält William Blair die Bewertungen für zu ambitioniert und sieht das Risiko von Gewinnmitnahmen.
Mexiko und Rumänien überzeugen
Bei den Medium-Beta-Märkten favorisiert William Blair Mexiko, Rumänien und Kolumbien. In Mexiko ist das Haus sowohl bei Staatsanleihen als auch bei Pemex übergewichtet. Beim Ölkonzern sprechen die staatliche Unterstützung und attraktive Bewertungen für ein Engagement.
Untergewichtet sind Costa Rica, die Dominikanische Republik und Südafrika. Bei Letzterem haben die starke Performance und anhaltende Zuflüsse die Spreads aus Sicht von William Blair auf anspruchsvolle Niveaus gedrückt.
Oman mit verbessertem Kreditprofil
Bei den defensiveren Low-Beta-Märkten setzt William Blair auf Paraguay, Oman und die Vereinigten Arabischen Emirate. Oman profitiere von umsichtigem Haushaltsmanagement und fortgesetztem Schuldenabbau. "Fortschritte bei Strukturreformen und dem Management von Verbindlichkeiten haben die Fundamentaldaten weiter gestärkt", erklärt Ruijer.
China, Malaysia und Chile sind dagegen untergewichtet. Bei China und Malaysia sind vor allem hohe Bewertungen ausschlaggebend. Selektive Chancen sieht William Blair dort weiterhin bei Unternehmens- beziehungsweise quasi-staatlichen Anleihen. (dv)