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Einmal Panik und zurück: Sieben Monate Aktienmarkt

Der S&P 500 Index erklimmt neue Rekorde, obwohl die Gewinnschätzungen rückläufig sind. Herrscht nun Lethargie unter den Analysten oder eine Euphorie unter den Anlegern? Wahrscheinlich beides, meinen die Experten der DWS Group.

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David Bianco, CEO Americas bei der DWS 
© Bloomberg

Innerhalb eines Zeitraums von nur sieben Monaten hat der S&P 500 um 19,8 Prozent nachgegeben, um sich anschließend wieder komplett zu erholen und die Höchststände vom September 2018 zu übertreffen. Seit Heiligabend betrug der Anstieg mehr als 25 Prozent, getragen hauptsächlich von den Wachstumssektoren Technologie, zyklische Konsumwerte und Kommunikation.

Fast V-förmige Erholung
David Bianco, CIO Americas bei der DWS, vertritt die Ansicht, dass nachlassende Sorgen über eine Wirtschafts- oder Gewinnrezession, die Trendwende der US-Zentralbank, positive Entwicklungen beim US-chinesischen Handelsabkommen sowie mehr Zeit für die Brexit-Verhandlungen diese Erholung rechtfertigen.

KGV-Ausweitung als Treiber der Erholung
Ein genauerer Blick auf die Erholung zeigt, dass eine Ausweitung des Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) der entscheidende Treiber war, während die Gewinnschätzungen im Laufe dieser Rallye sogar noch um rund drei Prozent gesenkt wurden. Dazu muss man allerdings festhalten, dass die Analystenschätzungen regelmäßig den Marktentwicklungen hinterherhinken. Das aktuelle KGV des S&P 500 ist jedoch immer noch niedriger als die Höchststände vom Januar 2018: Das KGV, basierend auf den Unternehmensergebnissen der vergangenen 12 Monate, beträgt jetzt 18,0 gegenüber 21,2 im Januar 2018. Letzterer Wert erhielt allerdings durch die Aussicht auf die Trump'schen Unternehmenssteuergeschenke einen außergewöhnlichen Schub.

Panik-Euphorie-Indikator
Besonders interessant ist eine Betrachtung des Kursanstieges seit Jahresbeginn im Zusammenhang mit einem anderen Marktindikator: David Bianco verwendet eine Kombination aus dem KGV des S&P 500 und den vom Optionsmarkt implizierten kurzfristigen Volatilitätserwartungen (CBOE Volatilitätsindex, Vix), um die Stimmung der Aktienanleger zu beurteilen. Wie der Chart zeigt, stieg dieser "Panik-Euphorie-Indikator“ innerhalb von vier Monaten von Panik auf einen Wert, der eine gewisse Sorglosigkeit, wenn nicht sogar Euphorie anzeigt.

Haussefortsetzung bedarf steigender Firmengewinne
In Abhängigkeit von den Risiken für die Wirtschaft halten die Epxerten der DWS eine KGV-Bewertung des S&P 500 in der Bandbreite von 17 bis 18 für sinnvoll, basierend auf den vergangenen Gewinnen. Damit der S&P 500 von aktuellen Niveaus noch weiter zulegen kann, sind nach Ansicht der DWS steigende Unternehmensgewinne erforderlich. (kb)

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