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DWS: Einfach stark, diese Briten!

Im Rückblick hat Großbritannien ordentlich von seiner EU-Mitgliedschaft profitiert. Aber andersherum hat auch die EU der britischen Politik einiges zu verdanken, meinen die Experten der DWS Group in ihrer aktuellen Analyse.

EU UK
© tanaonte / stock.adobe.com

Ab dem 1. Februar 2020 wird das Vereinigte Königreich) nicht mehr Mitglied der Europäischen Union sein. Mehr als 40 Jahre nach dem Beitritt haben die britischen Wähler beschlossen, dass die Zukunft ihrer Länder nicht mehr Teil des Projekts sein soll, das einst mit der Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) begonnen hat. Oder besser gesagt, die Mehrheit der Wähler in England und Wales haben es getan. Schotten und Nordiren wären lieber geblieben. Ob das Vereinigte Königreich nach dem Brexit tatsächlich vereint bleibt, ist eine der vielen politischen Fragen, die nur die Zeit beantworten kann.

Im Vergleich zum Wachstum des UK sieht Deutschland alt aus
Leichter zu beantworten ist die Frage, wie sich Großbritannien während seiner vier Jahrzehnte währenden der EU- und EWG-Mitgliedschaft wirtschaftlich geschlagen hat. Im folgenden Chart  betrachten die DWS-Experten die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIPs), das immer noch das gebräuchlichste Maß zur Messung des wirtschaftlichen Wohlergehens einer Nation ist. Nachdem das Vereinigte Königreich in den 1970er Jahren mit teils hausgemachten Problemen zu kämpfen hatte, lief es anschließend bemerkenswert gut, wie die Grafik illustriert. Nachdem die Reformen auf der Angebotsseite in den 1980er Jahren zu wirken begannen, gelang es dem Vereinigten Königreich zu Frankreich aufzuschließen und ab Ende der 1990er Jahren sogar davon zu eilen. Ein Vergleich mit Deutschland ist aufgrund der Wiedervereinigung etwas heikel. Nimmt man jedoch das wiedervereinigte Deutschland als Referenz, so zeigt sich eine noch beeindruckendere Outperformance Großbritanniens.

Eine britische Erfolgsgeschichte

UK ließ Marktkräfte walten
Die Briten haben ihr Erfolgsgeheimnis nicht für sich behalten, und damit ist nicht das Schulden-Machen gemeint. Auf europäischer Ebene drängte das UK auf eine markt- und angebotsorientierte Wirtschaftspolitik. Aus wirtschaftlicher Sicht hat Brüssel den britischen Politikern in den Jahren vor dem Brexit viel zu verdanken, nicht zuletzt den EU-Binnenmarkt. Glücklicherweise verabschiedet sich die EU in dieser Hinsicht noch nicht komplett von den britischen Freunden. Bis Ende 2020 und möglicherweise darüber hinaus wird Großbritannien tatsächlich noch Teil des Binnenmarktes sein. Und mindestens genauso lange wird der Brexit noch als politisches und marktrelevantes Thema erhalten bleiben.... (kb)

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