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Ein-Billion-US-Dollar-Club der Fondsmanager frisst den Mittelbau

Die gute Nachricht für die Fondsbranche ist, dass der für die Betreuung zur Verfügung stehende Pool an Vermögenswerten der 500 größten Firmen im vergangenen Jahr um fast 16 Prozent auf ein Rekordvolumen von 94 Billionen US-Dollar gestiegen ist, das ist der stärkste Zuwachs seit fast einem Jahrzehnt.

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© ankabala / stock.adobe.com

Die schlechte Nachricht - zumindest für diejenigen außerhalb des Ein-Billionen-US-Dollar-Clubs - ist, dass die 20 größten Unternehmen der Welt ihren Marktanteil auf ein Allzeithoch gesteigert haben.

Die Großen wachsen, der Mittelbau verliert Marktanteile
Der Druck im Mittelfeld der Branche ist so stark wie nie zuvor laut einem in dieser Woche veröffentlichten Bericht der Beratungsgesellschaft Willis Towers Watson. Die Branchenführer haben ihren Marktanteil im vergangenen Jahrzehnt von 38,3 Prozent auf 43,3 Prozent erhöht. Dabei resultierten ihre Zuwächse fast ausschließlich aus einem entsprechenden Rückgang bei Unternehmen, die die Plätze 51 bis 250 belegten. Ihr Marktanteil sank von 33,6 Prozent auf 28,2 Prozent.

Als Gruppe steigerten die Top 20 ihr verwaltetes Kapital um mehr als 18 Prozent
Sie kontrollieren nun fast 41 Billionen US-Dollar des Gesamtmarktes - und jedes Unternehmen im Club verwaltet mindestens eine Billion US-Dollar. In acht der letzten zehn Jahre hat das Wachstum unter den Top 20 das der 500 insgesamt übertroffen; die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate für die Klassenbesten beträgt 4,6 Prozent gegenüber 3,1 Prozent für die breitere Gruppe. Und BlackRock, das größte Unternehmen von allen, hat das verwaltete Kapital im Jahr 2017 um mehr als ein Fünftel gesteigert.

Die Elite
Auflistung der Top 20-Asset Management Gesellschaften mit Assets über eine Billion US-Dollar

Bericht der Beratungsgesellschaft Bain & Co untermauert
Dort hieß es, dass Unternehmen, die rund die Hälfte des weltweiten Vermögens verwalten, vor einem "Tal des Todes" stehen. "Es wird eine Aufteilung geben zwischen kleinen, flinken Unternehmen, die spezialisierte Investmentdienstleistungen anbieten, und All-Service-Unternehmen in Mega-Größe, die Skaleneffekte nutzen, um dem Gegenwind aus immer niedrigeren Gebühren und erhöhten Regulierungskosten entgegenzuwirken. Die dazwischen liegen, dürften entweder fusionieren oder untergehen.

Konsolidierung ist bisher jedoch begrenzt gewesen
Unternehmen, die Transaktionen getätigt haben, wurden nicht gerade für ihre Bemühungen belohnt. Die Fusion von Janus Capital Group mit Henderson Group, das Zusammengehen von Standard Life mit Aberdeen Asset Management sowie Amundis Erwerb von Pioneer Investments im letzten Jahr haben diese Firmen nicht immun gegen die weit verbreitete Besorgnis der Investoren bezüglich der Aussichten der Branche gemacht.

Lazard wäre verkaufswillig
Die UBS Group möchte das Asset-Management-Geschäft ausbauen, entweder durch Akquisitionen oder Joint-Ventures, wie Bloomberg News am Dienstag unter Berufung auf unterrichtete Kreise berichtete. Invesco hat Anfang dieses Monats zugestimmt, OppenheimerFunds von Massachusetts Mutual Life Insurance für rund 5,7 Milliarden US-Dollar zu kaufen. Daraufhin erklärte Ken Jacobs, der Vorstandsvorsitzende von Lazard, der einzige Berater der MassMutual-Transaktion, dass er erwägen würde, den 240 Milliarden US-Dollar schweren Asset-Management-Bereich seines Unternehmens zu verkaufen - wenn der Preis stimme.

Paradoxon
Die Aktienkurse der Fondsmanager sind in diesem Jahr nach unten geprügelt worden, was sie günstig machte. Das bedeutet aber auch, dass die potenzielle Akquisitionswährung stark reduziert wurde. Gleichzeitig möchte niemand ein verzweifelter Verkäufer sein. Es ist eine Situation, bei der es nur Verlierer gibt.

Mittelgroße Firmen werden also weiterhin Marktanteile an ihre größeren Brüder verlieren. (kb)

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