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Eigentümerwechsel bei LRI: Apex Group steigt ein, Augur steigt aus

Es tut sich was bei LRI Invest, deren Wurzeln in der Landesbank Rheinland-Pfalz liegen. Der bisherige Eigentümer, Private-Equity-Investor Augur Capital, steigt aus und verkauft seine Anteile im Rahmen einer Sekundärmarkt-Transaktion an Apex Group. Die Transaktion soll Ende 2018 abgeschlossen sein.

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Frank Alexander de Boer, Managing Director bei LRI Invest, erklärt: "Die Integration in der Apex Group ermöglicht es uns, die technische und organisatorische Entwicklung zügiger und wirtschaftlicher voranzutreiben, gerade auch im Bereich Real Assets, wo wir besonders stark wachsen."
© LRI INvest

LRI Invest agiert als eine der frühen unabhängigen Investment-Service-Gesellschaften in Luxemburg. Als Master-KVG hat sie sowohl eine Lizenz zur Auflage von UCITS-Fonds als auch eine Lizenz zur Auflage von Alternativen Investmentfonds. Mit der LRI Invest Securitisation S.A. und der LRI Depositary S.A. bietet die LRI Group auch eine unabhängige Verbriefungsgesellschaft für institutionelle Investoren sowie eine spezialisierte Verwahrstelle für alternative Investmentfonds, die zudem auch die Funktion der Register- und Transferstelle übernehmen kann.

Trend zu größeren Einheiten bei der Administration von Asset Management-Lösungen
Die Übernahme gestaltet sich komplex: SALU Capital erwirbt gemeinsam mit seinen Partnern Apex Group Ltd. , Genstar Capital und Inlife Holding mindestens 95 Prozent der Anteile des Augur Financial Opportunities 2 SICAV („AFO-2“ oder der „Fonds“). Der luxemburgische Fonds, der bisher von der deutschen Gesellschaft Augur Capital verwaltet wird, hält den deutschen Lebensversicherer myLife Lebensversicherung AG („myLife“) sowie die Investment-Service-Gesellschaft LRI Group in Luxemburg. Im Rahmen einer Sekundärmarkt-Transaktion wurden die Anteile der LRI Group („LRI“) von Augur an dem Buyout-Fonds an Apex veräußert, während myLife eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Inlife wird. Apex selbst ist Teil des Portfolios von Genstar, einem Private-Equity-Unternehmen mit Sitz in San Francisco, Kalifornien. 

Schon zuvor stand immer mal wieder im Raum, dass Augur Capital durch Zukäufe wachsen wollte, u.a. gab es dazu Gespräche mit MDO Management Company. Zu dem Deal  kam es aber nicht.

Skaleneffekte angestrebt
Bei Apex handelt es sich offenbar um eine strategische Beteiligung. Der global agierende Fondsadministrator Apex hat Anfang Januar 2018 Warburg Invest Luxembourg S.A. und M.M. Warburg & CO Luxembourg S.A. gekauft. Seither hält Apex - neben weiteren Aktivitäten - das Asset Management und die entsprechenden luxemburger Serviceaktivitäten der Privatbank M.M. Warburg & Co.. Nun wird Apex die Luxemburger Einheiten der ebenfalls akquirierten Unternehmen Equinoxe Alternative Investment Services, DB Alternative Fund Services sowie Ipes am Standort Luxemburg zusammenführen.

Apex erhöht Assets um zwölf Milliarden Euro
Während der heutige Schritt bei Augur Capital nach einem normalen Exit aussieht, handelt es sich bei Apex offenbar um eine strategische Beteiligung, die gut zu passen scheint. Durch die Übernahme von LRI erhöht Apex sein verwaltetes Vermögen um 12 Milliarden Euro und stärkt dadurch im deutschsprachigen Raum seine Präsenz im regulatorischen Umfeld. Die globale Reichweite und das Geschäftsmodell von Apex eröffnet LRI-Kunden Zugang zu lokaler Expertise an 37 zusätzlichen Standorten weltweit sowie eine erweiterte Palette an Dienstleistungen. Dies passt zur jüngst verfolgten Strategie von LRI, das internationale Netzwerk zu erweitern.

Apex festigt Stellung als globaler Verwalter von Assets mit 459 Milliarden Euro
Der Erwerb von LRI Invest durch Apex stellt insofern eine Ergänzung von Apex bisherigen Aktivitäten dar, und mögliche Skaleneffekte sind zu vermuten. Wenn alles unter Dach und Fach ist, wird Apex ein Vermögen in Höhe von 459 Milliarden Euro verwalten und möchte seine Position als global agierender Komplettanbieter für Fondslösungen festigen. So erklärt Peter Hughes, Founder & Chief Executive Officer, Apex Fund Services: „Die Übernahme von LRI Group stärkt unser fundiertes Branchenwissen auf dem luxemburgischen und deutschen Markt und erweitert unser Angebot über die gesamte Wertschöpfungskette. Durch die Bündelung der LRI Group mit Warburg Bank bieten wir internationalen Asset Managern eine starke Präsenz im regulierten europäischen Umfeld.“

Die regulatorische Komplexität, die bei der Administration sowohl von UCITS-Fonds als auch von Alternativen Investmentfonds vorherrscht, ist nämlich mittlerweile beträchtlich gewachsen. Daher gibt es den Trend, dass in der Fonds-Administration größere Einheiten angestrebt werden.

Vielleicht gibt es dann Ruhe im Mitarbeiterbestand
Es wäre zu hoffen, dass nach dem Eigentümerwechsel LRI Invest einmal zur Ruhe kommt. Schon längere Zeit war es hier unruhig im Bestand der über 100 Mitarbeiter. Dies ist womöglich eine Folge mehrerer massiver Umstrukturierungen. Insbesondere im Legal Department, das im Rahmen der regulatorischen Aufrüstung immer komplexere Anforderungen bewältigen muss, drehte sich das Personalkarussell in den letzten Jahren rasant. Und erst im April 2018 verließ das ehemalige Vorstandsmitglied Michael Sanders den Luxemburgischen Fondsanbieter nach einer Verweildauer von nur 15 Monaten, nachdem vorher schon die langjährigen Vorstände Bernd Schlichter und Markus Gierke ausgeschieden waren. Nun sind Frank Alexander de Boer und Utz Schüller gemeinsam im Management Board von LRI Invest. (ad)

 

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