Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
| Märkte
twitterlinkedInXING

EdRAM: Die Abkopplung der Märkte von den Fundamentaldaten ist riskant

Das Ausmaß der Kursschwankungen hat 2018 immer wieder überrascht. Laut Melman deuten die Fundamentaldaten auf eine Konjunkturabkühlung hin, die Kursausschläge sind jedoch vor allem eine Reaktion auf die Eingriffe der Zentralbanken. Mit deren Kehrtwende trugen sie zur Erholung seit Anfang 2019 bei.

melman_benjamin_edram.jpg
Benjamin Melman, Global CIO Asset Management bei Edmond de Rothschild Asset Management (EdRAM)
© EdRAM

Eine Gefahr sieht Benjamin Melman in der Abkopplung der Märkte von den Fundamentaldaten, die aktiv von den Zentralbanken betrieben wurde. „Das könnte sich jetzt rächen. Ein Beispiel: Donald Trump verkündet per Twitter, das Handelskriegsbeil zu begraben. An den Märkten stellen sich daraufhin Zweifel an der von den Zentralbanken in Aussicht gestellten Lockerung der Geldpolitik ein. Turbulenzen an den Rentenmärkten wären die wahrscheinliche Folge, und auch andere Assetklassen würden wohl in Mitleidenschaft gezogen“, sagt Melman.

Ob Investoren die guten Nachrichten tatsächlich begrüßen würden, ist schwer vorherzusagen – es sei denn, die Zentralbanken hielten an der expansiven Politik fest, die sich bereits heute aus den Kursen ablesen lässt. „In diesem Fall jedoch würden sie eindeutig eine Finanzblase schaffen. Daher müssen wir abwägen, inwieweit die Zentralbanken ein solches Risiko eingehen können. Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten“, fügt Melman hinzu.

Das politische Umfeld spricht zudem für mehr Vorsicht
Die Wahrscheinlichkeit eines harten Brexit ist in den letzten Wochen gestiegen, und in Italien werden Neuwahlen realistischer, die eine Koalition der rechten Parteien Lega und Fratelli d’Italia an die Macht bringen könnten. Das ist insofern von Bedeutung, da Matteo Salvini und die anderen Abgeordneten der Lega Nord für die Einführung von Staatsanleihen in kleinen Stückelungen, sogenannte „Mini-Bots“, trommeln. „Das italienische Finanzministerium könnte dann Staatsanleihen ausgeben, mit denen Bürger und Unternehmen auch ihre Steuern bezahlen können. In vielerlei Hinsicht käme dieser Schritt der Einführung einer Parallelwährung gleich. Die größten populistischen Parteien Europas reden nicht mehr viel über einen Austritt aus dem Euro, wahrscheinlich weil die Idee die Wähler verschreckt. Mit einer Parallelwährung könnten sie dieses Ziel jedoch durch die Hintertür erreichen, ohne das gleiche politische Risiko einzugehen“, mahnt Melman. (kb)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen