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ECM-CIO Pamphilon: "Am HY-Markt werden schwache Zahlen sofort abgestraft"

Ross A. Pamphilon, Co-Chief Investment Officer & Portfolio Manager "Am HY-Markt werden schwache Zahlen und schlechten Nachrichten sofort abgestraft" Am High-Yield-Markt werden Emittenten mit schwachen Zahlen und schlechten Nachrichten sofort abgestraft.

Ross_PamphilonRoss A. Pamphilon (Bild), Co-Chief Investment Officer & Portfolio Manager beim Londoner Credit-Spezialisten ECM, den viele institutionelle Investoren vom Institutional Money-Kongress in Frankfurt kennen, geht in seinem Monatskommentar auf die wichtigsten Entwicklungen des vergangenen Monats ein:

"Für Credits war der September nicht wirklich gut. High Yield und nachrangige Finanzanleihen blieben hinter Investmentgrade-Papieren zurück. Der Index für Euro-denominierte Investmentgrade-Unternehmensanleihen verzeichnete fünf Basispunkte Mehrertrag gegenüber Staatsanleihen, so dass er über das gesamte Quartal gerechnet 44 Basispunkte vorn lag. Schwach waren im September europäische High-Yield-Anleihen, da die Verluste in den USA und Großbritannien auf Kontinentaleuropa übergriffen. Der Barclays European High Yield Index (ohne Finanzwerte) fiel um 0,96 Prozent, was einem Minderertrag von 107 Basispunkten entsprach. Seit Jahresbeginn liegt der Index aber noch immer um 4,39 Prozent im Plus.

Maßgeblich für die Performance war die Kreditqualität. Titel mit BB-Rating büßten 0,1 Prozent ein und hielten sich damit wesentlich besser als Papiere mit einem einfachen B ( 2,04%) und einem CCC (3,4%).

Im September wurden nur wenige neue Papiere begeben. Insgesamt betrug das Emissionsvolumen, in allen Währungen zusammen, 4,9 Milliarden Euro. Dies spiegelt das schwierige Marktumfeld wider. Alles in allem wurden seit Jahresbeginn damit für 84,9 Milliarden Euro Papiere emittiert, 29 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Der Markt straft schlechte Zahlen sofort ab

Unterdessen haben die Einzelwertrisiken zugenommen. Für den britischen Mobiltelefoneinzelhändler Phones 4u wurde ein Insolvenzverfahren eröffnet, da wichtige Zulieferer ihre Verträge gekündigt hatten. Am High-Yield-Markt werden Emittenten mit schwachen Zahlen und schlechten Nachrichten sofort abgestraft. Als der britische Einzelhändler Hema einen 1,4-prozentigen Umsatzeinbruch und eine um 21 Prozent niedrigere Rentabilität meldete - und damit deutlich schlechtere Zahlen als vom Markt erwartet - brachen seine erstrangigen besicherten Anleihen in einem schwierigen Marktumfeld um zehn Prozentpunkte ein.

Am Finanzanleihenmarkt gab der erst kürzlich eingeführte Merrill Lynch Contingent Capital Index (CoCo-Index) im September 2,17 Prozent nach. Seit Jahresbeginn steht er aber noch immer mit 4,64 Prozent im Plus.

Mit Interesse erwarten wir die Ergebnisse des Asset Quality Review und der Banken-Stresstests im Laufe dieses Monats. Eine Reihe schwächerer Banken dürften den Test nicht bestehen und neues Kapital aufnehmen müssen. Problematischer wäre es allerdings, wenn eine oder mehrere Großbanken einen unerwartet strengen Test nicht bestehen. Wenn allerdings nur die üblichen Verdächtigen Probleme bekommen, wird man erneut die Sinnhaftigkeit und Glaubwürdigkeit des gesamten Verfahrens anzweifeln. Auch dann würde man am Bankensektor zweifeln.

Im Sommer hat die Volatilität erkennbar zugenommen, da die Unsicherheit über die Ausstiegsstrategie der Fed, der schwächere Weltwirtschaftsausblick und die wachsenden weltpolitischen Spannungen die Anleger verunsicherten. Fed und EZB blieben bei ihrer Rhetorik, was für weiter eine expansive Geldpolitik spricht. Interessant wird aber sein, ob die EZB wirklich zu einer massiven Bilanzausweitung bereit ist. Weitere Einzelheiten hierzu wird sie in absehbarer Zeit mitteilen, zumal Draghi klar gemacht hat, dass er das Wachstum fördern will und eine höhere Inflation anstrebt. Solange die Einzelheiten nicht bekannt sind, dürfte die Marktvolatilität allerdings hoch bleiben. Aufgrund der jüngsten Spreadausweitung halten wir die Aussichten für Qualitätstitel bis zum Jahresende dennoch für gut, da sich viele Investoren jetzt auf das neue Jahr vorbereiten." (aa)

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