DZ Bank: Warum Bitcoin wieder haussiert und Vorsicht geboten ist
Mehrere Entwicklungen sorgten dafür, dass die Kurse von Bitcoin und andere Kryptowährungen in den vergangenen Tagen fast schon explosionsartig nach oben schossen. Die DZ Bank hat die aktuelle Situation genau analysiert und warnt vor zu viel Euphorie.

Eckpunkte:
- Regulatorische Fantasie und andere Faktoren zwangen Short-Seller bei Bitcoin & Co zur Eindeckung ihrer Positionen. Hinzu kamen Käufe der Bullen auf der Longseite
- Das führte zu stark steigenden Preise bei Bitcoin und anderen Krypto-Währungen
Nach der bisherigen Sommerflaute meldet sich Bitcoin eindrucksvoll zurück: In der vergangenen Woche kletterte die Kryptowährung auf fast 80.000 US-Dollar. Damit stieg das digitale Asset in nur zwei Tagen um rund 22 Prozent. „Was zunächst wie eine technische Erholung aussah, hat sich zu einer Sommerrally entwickelt“, beobachet DZ BANK Experte Jonathan Osswald.
Sorge vor neuer Geldflut
Den ersten Impuls lieferte das US-Finanzministerium mit der Ankündigung höherer Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen, was Renditen und Dollar drückte. „Viele Anleger betrachten Bitcoin inzwischen als digitalen Wertspeicher und Absicherung gegen Inflation“, so Osswald.
Kaufen die USA Bitcoins?
Zusätzlichen Rückenwind gaben politische Signale aus Washington: Präsident Trump stellte in Aussicht, die USA könnten künftig „beträchtliche Mengen Bitcoin“ halten.
Short Seller mussten eindecken
Noch wichtiger für den Höhenflug war jedoch ein Impuls des Terminmarkts. Zahlreiche Marktteilnehmer hatten auf fallende Kurse gesetzt und mussten beim Anstieg zurückkaufen. „Das trieb den Kurs weiter nach oben. Die Short-Liquidationen summierten sich binnen zwei Tagen auf über vier Milliarden US-Dollar“, erklärt Osswald.
Zudem stützte echte Nachfrage die Rally: Allein zwischen dem 17. und 20. August flossen rund 1,6 Milliarden US-Dollar in US-Bitcoin-Spot-ETFs.
Aber: Saisonalität spricht gegen Bitcoin
Trotzdem mahnt Osswald zur Vorsicht: „Historisch zählt das dritte Quartal zu den schwächsten Bitcoin-Phasen des Jahres. Zudem sind viele der positiven Entwicklungen noch nicht endgültig entschieden. Der Clarity Act muss den politischen Prozess erst noch erfolgreich durchlaufen und auch andere angekündigte Maßnahmen bleiben bislang Zukunftsmusik. Die aktuelle Aufwärtsbewegung liefert daher gute Argumente für Optimismus, stellt aber noch keinen Beweis für einen nachhaltigen neuen Bullenmarkt dar." (aa)
Bitcoin Preis vs. Short-Eindeckungen und neuen Long-Positionen am Kryptomarkt


