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DZ Bank verfünffacht Vorsorge wegen Covid, bäckt kleinere Brötchen

Die DZ Bank Gruppe hat im ersten Halbjahr die Risikovorsorge auf über eine halbe Milliarde Euro verfünffacht. Grund dafür ist vor allem die Corona-Krise, die zu einer Zunahme von Kreditausfällen führen könnte. Mit den hohen Rückstellungen folgt die DZ Bank zahlreichen Wettbewerbern.

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Cornelius Riese ist seit 1. Januar 2019 Co-Vorstandsvorsitzender der DZ Bank.
© DZ Bank

Bei der Vorstellung ihrer Sechs-Monats-Zahlen am Freitag, von der Bloomberg berichtet,  warnte die Bank, dass eine steigende Zahl von Unternehmensinsolvenzen das Ergebnis belasten könnte. Im Geschäftsbericht erklärte sie aber auch, dass neben der Pandemie “erhebliche Wertkorrekturen eines Einzelengagements” zur erhöhten Vorsorge geführt hätten. Details nannte sie nicht. Bloomberg hatte im Juni berichtet, dass dem insolventen Zahlungsdienstleister Wirecard von der DZ Bank eine Kreditlinie von 120 Millionen Euro eingeräumt worden war.

Einzelwertberichtigung wohl für Wirecard-Kredit
Unterm Strich belief sich die Risikovorsorge in den ersten sechs Monaten auf 522 Millionen Euro, verglichen mit 105 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Rückstellungsbedarf gab es besonders hinsichtlich des maritimen Portfolios der Transportfinanzierungssparte DVB Bank, die zuletzt bereits zahlreiche Geschäftsbereiche verkauft hat. Bei der auf Ratenkredite spezialisierten Tochter Team Bank bereitete derweil die erhöhte Inanspruchnahme der Restkreditversicherung Sorgen.

Auch Deutsche Bank und NordLB weitet Riskovorsorge deutlich aus
Erst am Donnerstag hatte die NordLB für das erste Halbjahr einen Anstieg der Risikovorsorge von einer Million Euro auf 99 Millionen Euro berichtet. Die Deutsche Bank meldete eine Risikovorsorge im Kreditgeschäft von rund 1,3 Milliarden Euro, verglichen mit 301 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Kein Milliarden-Ergebnis
„Die Entwicklung der Kreditausfälle hängt von vielen Faktoren ab, die sich aufgrund der Corona-Pandemie nicht eindeutig prognostizieren lassen”, sagte Carsten Baumgärtner, Senior Partner bei der Boston Consulting Group, gegenüber Bloomberg. Daher sei es wichtig, dass Banken bei der Risikovorsorge in verschiedenen Szenarien planen würden. “Banken, die das berücksichtigen, sind gut aufgestellt.“

Dennoch schlagen sich die Rückstellungen in den aktuellen Ergebnissen negativ nieder. Bei der DZ Bank sank der Konzerngewinn im ersten Halbjahr um zwei Drittel auf 557 Millionen Euro vor Steuern und 372 Millionen Euro nach Steuern. Das Zins- und das Provisionsergebnis kletterten jeweils um rund ein Zehntel.

Bewertungseffekte
Diese hatten - besonders im Staatsanleihenportfolio der DZ HYP sowie im Kapitalanlageergebnis der R+V Versicherung - vor allem im ersten Quartal das Ergebnis belastet. Durch die Erholung der Kapitalmärkte im zweiten Quartal seien diese negativen Effekte aber wieder abgeschwächt worden.

Für die Monate Juli bis Dezember geht die Bank von einem Ergebnisanstieg aus. “Ein Milliarden-Ergebnis wird jedoch im Geschäftsjahr 2020 voraussichtlich nicht erreichbar sein“, sagte Co-Chef Cornelius Riese. (kb)

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