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DWS: Wer mutig diesen Bond kaufte, hat seinen Einsatz verfünffacht

Anleger, die im Frühsommer 2012 Mut bewiesen und nach der Umschuldung in die neu emittierten griechische Staatsanleihen investierten, können sieben Jahre später auf einen "Verfünffacher" im Depot stolz sein. Nun stellt sich die Frage, wie es in Griechenland weitergeht.

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© Dan Race / stock.adobe.com

Wie die DWS in einer aktuellen Rentenanalyse schreibt, habe sich Griechenland unter dem scheidenden Premierminister Alexis Tsipras in den letzten Jahren zu einem "kleinen Helden des Rentenmarktes" entwickelt. Das lag auch u.a. an den vielen Umfragen, die schon in den Monaten vor den Parlamentswahlen im Juli auf einen Machtwechsel hindeuteten. Kyriakos Mitsotakis, der neue Premierminister, hat mit fast 40 Prozent der Stimmen eine überraschend große Mehrheit im Parlament erreicht und weitere Marktreformen angekündigt.

Der Markt hat bereits viel eingepreist
Jedoch scheint laut der DWS viel von dieser Hoffnung bereits eingepreist zu sein. Der "Chart der Woche" der Deutsche Bank-Fondstochter zeigt unten den Preis der im Februar 2042 fälligen Anleihen – die mit der längsten Laufzeit aus der 2012er Umschuldung.

Der Preis ist um mehr als das Fünffache gestiegen. Die Rendite, die im Sommer 2012 mit 25 Prozent ihren Höchststand erreichte, liegt nun bei weniger als vier Prozent. Das nach Rendite suchende Kapital, das die Kurse alter Anleihen nach oben trieb, fließt auch in die Neuemissionen. Das sorgt für sehr niedrige Renditen: Letzte Woche konnte Griechenland eine siebenjährige Anleihe mit einer Rendite von weniger als zwei Prozent platzieren.

Im Herbst könnte die Stimmung drehen
Der Sieg Mitsotakis könnte sich laut DWS als fragiler erweisen, als die absolute Mehrheit vermuten ließe. Denn diese ist allein auf den Mehrheitsbonus von 50 Sitzen zurückzuführen. Auch in der Opposition könnte sich Tsipras als ein wortkräftiger Gegner erweisen. Nach Ansicht der DWS wird Mitsotakis wohl politische Flitterwochen genießen; seine Umfragewerte könnten sich sogar weiter verbessern, da in Griechenland ein weiterer starker Tourismus-Sommer blüht. "Doch spätestens im Herbst sollten sich die Anleger daran erinnern, dass die epischen Kämpfe Griechenlands um die Wiederherstellung seiner Staatsfinanzen noch lange nicht vorbei sind und dass 2042 noch lange hin ist", warnt die DWS abschließend. (aa)

Kursverlauf der am längsten laufenden griechischen Staatsanleihe (Feb/2042)

 

 

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