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DWS warnt Investoren vor dem „Powell-Put“

Der Ausverkauf an den Märkten hat die Fed respektive deren Chef Jerome Powell genötigt, vom geldpolitischen Autopiloten auf einen pragmatischeren Pfad hinsichtlich zukünftiger Zinserhöhungen zu wechseln. Vor dem konjunkturellen Hintergrund kann man aber keine Entwarnung aussprechen.

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Jerome Powell
© Aaron P. Bernstein / Bloomberg

Die DWS empfiehlt Investoren, den Gesinnungswandel des Fed-Vorsitzenden zu einer Kapitalmarktfreundlicheren Geldpolitik nicht zu übermäßig mit steigenden Aktienkursen zu feiern. Für die Deutsche Bank-Tochter sei der Kursanstieg umso „bemerkenswerter“, als sich weder aus der Mikroperspektive der Unternehmensgewinne noch aus der Makroperspektive der volkswirtschaftlichen Daten eine deutliche Verbesserung der Wirtschaftsaussichten ableiten lasse. Investoren interessiere derzeit viel mehr die zukünftige Geldpolitik der Fed.

Sehr zur Freude der Märkte zeigte die Fed seit kurzen ein offenes Ohr für die Sorgen der Kapitalmarkteilnehmer und versprach für die Zukunft einen "flexiblen Ansatz".

Am Chart der Woche der DWS (siehe unten) lässt sich die veränderte Einschätzung über den zukünftigen Pfad der Geldpolitik ablesen: Rechnete der Markt Ende Oktober 2018 noch mit einem Anstieg des Leitzinses Richtung drei Prozent für Anfang 2020, so wird aktuell ein unverändertes Zinsniveau erwartet und für den Beginn des nächsten Jahrzehnts sieht der Markt sogar einen Rückgang des Leitzinses.

Die Wahrheit liegt in der Mitte
Jörn Wasmund, Head of Fixed Income bei der DWS, sieht die Wahrheit zwischen den beiden Extremen: Einerseits liegt der Leitzins aktuell nur knapp über der Kerninflationsrate. Von einer restriktiven Geldpolitik, die das Wachstum abwürgen könnte, könne man laut Wasmund definitiv noch nicht sprechen.

Andererseits ist die Arbeitslosigkeit derzeit ungewöhnlich niedrig und weder die Fed noch die Märkte wissen, wie das in einem Jahr aussehen wird. „Daher ist es beruhigend zu wissen, dass die Fed pragmatisch auf eine Veränderung der Wirtschaftslage reagieren wird, statt dogmatisch einem einmal eingeschlagenen Kurs zu folgen. Die oft zitierte "Datenabhängigkeit" ist nur eine Umschreibung für diesen pragmatischen Ansatz. Allerdings kann sich die Fed auch mit dieser Politik nie sicher sein, mit jeder Entscheidung den Wunschvorstellungen des Marktes zu genügen“, erklärt Wasmund abschließend. (aa)

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