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DWS unter Greenwashing-Verdacht in den USA: Kurs fällt

Der DWS Group-Aktienkurs ist nach einer US-Untersuchung über die Nachhaltigkeitsaussagen zu ihren ESG-Fonds stark eingebrochen. Die Untersuchung ist ein weiteres Zeichen dafür, dass die US-Behörden eine härtere Gangart bei Greenwashing von Anlageprodukten einlegen.

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© Fotoschlick / stock.adobe.com

Die Deutsche Bank hat bei ihrer Tochter DWS eine neue Baustelle, bei der es Arbeitsbedarf gibt. Wie vor kurzem bekannt wurde, hat die US-Staatsanwaltschaft eine Untersuchung eingeleitet wegen Vorwürfen, dass die DWS die Nachhaltigkeitskennzahlen bei einigen Investments übertrieben haben soll. Wie andere Asset Manager auch, versucht die DWS, den schnell wachsenden Trend in Richtung ESG-Investments zu nutzen. Darüber berichten Medien wie Bloomberg und das Wall Street Journal. Die Untersuchung sollen sich in einem frühen Stadium befinden.

Satter Kursrutsch als Reaktion
Die DWS-Aktie fiel nach Bekanntwerden dieser Hiobsbotschaft um rund 13 Prozent. Das ist der stärkste Rückgang seit März letzten Jahres, als die Coronavirus-Pandemie die Finanzmärkte durchschüttelte. Die Deutsche Bank fiel um mehr als zwei Prozent, bevor sie ihre Verluste eindämmen konnte. Diese Untersuchung kommt zu einer ganzen Reihe von rechtlichen Problemen, die der Vorstandsvorsitzende  der Deutschen Bank, Christian Sewing, zu managen hat. 

Untersuchung ist auch ein Rückschlag für DWS-CEO Asoka Woehrmann
Der DWS-Chef machte Nachhaltigkeit zu einem zentralen Bestandteil seiner Strategie für den Vermögensverwalter. "Wir sind der festen Überzeugung, dass die Weltwirtschaft verändert werden muss, um Wohlstand und Nachhaltigkeit für unsere zukünftigen Generationen zu sichern", sagte Woehrmann im April. "Es ist unser erklärtes Ziel, diesen Wandel anzuführen."

Die Causa Desiree Fixler
Die Untersuchung erfolgte, nachdem der ehemaliger Group Sustainability Officer der DWS, Desiree Fixler, dem Wall Street Journal Anfang des Monats mitteilte, dass die Maßnahmen des Vermögensverwalters für grüne Produkte nicht seinen Vorstellungen entsprachen. Fixler trat die neu geschaffene Position des DWS Group Sustainability Officer im September 2020 und wurde Anfang des Jahres entlassen.

SEC durch Whistleblowing auf den Plan gerufen
Nach diesen Behauptungen von Fixler untersuchten die Securities and Exchange Commission (SEC) wie auch Bundesstaatsanwälte die DWS. Die Aufsichten sind derzeit feinfühlig, was  Nachhaltigkeit betrifft: Die Befürchtung, dass Investmentmanager versucht sein könnten, die ökologischen und sozialen Vorteile ihrer Produkte überzubewerten, veranlasst die Aufsichtsbehörden, den Nachhaltigkeitsbehauptungen größere Aufmerksamkeit zu schenken. Aus diesem Grund bildete im März die SEC eine Task Force, die die Nachhaltigkeitsaussagen von Finanzanbietern untersuchen soll, um "pro-aktiv ESG-bezogenes Fehlverhalten zu identifizieren". 

BaFin startet ebenfalls Untersuchung
Die SEC ist nicht die einzige Aufsichtsbehörde, die in puncto vermutetem Greenwashing gegen die DWS aktiv geworden ist. Denn auch die BaFin hat als Reaktion auf Whistleblowing eine Untersuchung in Gang gesetzt. 

Immer strengere Nachhaltigkeitskriterien haben Folgen
Die europäische Vermögensverwaltungsbranche musste bereits zwischen 2018 und 2020 das ESG-Siegel von schätzungsweise zwei Billionen US-Dollar an Assets entfernen, da schrittweise strengere Vorschriften eingeführt werden. So verlang beispielsweise die im März in Kraft getretene EU-Verordnung über die Offenlegung nachhaltiger Finanzen von Vermögensverwaltern die Dokumentation der Nachhaltigkeitsansprüche. (kb/aa)

 

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