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DWS: Nun gilt es, den Dienstleistern die Daumen zu drücken!

Bisher erwiesen sich die Dienstleister als Schrittmacher für die gesamte Wirtschaft. Das Virus droht aber auch ihr Tempo ordentlich zu drosseln, meinen die Experten der DWS Group.

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© alphaspirit / stock.adobe.com

Die Wirtschaft schreitet seit einigen Quartalen mit zwei Geschwindigkeiten voran. Mit verhaltenem Schritt bewegen sich Industrie und verarbeitendes Gewerbe. Ihr Gang ist seit Mitte 2018 durch den Handelskonflikt, einer nachlassenden Autonachfrage, schwächelnden Investitionsgüteraufträgen und auch den Brexit gehemmt. Ganz anders sieht es im Dienstleistungssektor aus, der weiter munter voranschreitet.

Zweierlei Tempo
Die zwei verschiedenen Tempi spiegeln sich auch in den Stimmungsindikatoren wider. Etwa im Einkaufsmanagerindizes (PMI), wie der folgende Chart zeigt. Die Stärke bei den Dienstleistungen bewahrte viele Volkswirtschaften vor einem Abgleiten in die Rezession, auch Deutschland. Hier hat der Industriesektor ein überdurchschnittlich hohes Gewicht.

Seit einigen Monaten ist eine Stimmungsverbesserung im Industriesektor erkennbar. Eine anziehende Autonachfrage und der Waffenstillstand zwischen den USA und China haben sicher geholfen. Es zeichnete sich daher ein etwas schnellerer Tritt zum Jahreswechsel ab.

Auch Dienstleistungssektor leidet unter Corona
Doch, statt dass der Industriesektor die höhere Geschwindigkeit der Dienstleister übernimmt, steht nun zu befürchten, dass genau anders herum die Dienstleister ihren Schritt drosseln. Denn sie hat es nun auch erwischt. Dass ein Schnupfen den Bewegungsdrang der Dienstleister derzeit etwas hemmt, klänge wohl etwas verharmlosend. Doch das Coronavirus entpuppt sich als schwer kontrollierbarer Treibsand im Getriebe der Weltwirtschaft, der auch viele Dienstleister nicht verschont. Fluglinien, Tourismus, Gastronomie, Kultur- und Sportveranstalter sind nur die offensichtlichsten Leidtragenden.

Konjunkturdaten zeigten in Fernost bereits erste Anzeichen einer Abschwächung
Für den Rest der Welt dürfe die erste Märzwoche besonders spannend werden. Die dann zur Veröffentlichung anstehenden Unternehmensvertrauensumfragen werden ein besseres Gefühl dafür geben, inwiefern die Dienstleister vorerst als Tempomacher für die Weltkonjunktur ausfallen. Von der Industrie ist ohnehin nicht zu erwarten, dass sie den Schwung ihrer jüngsten Beschleunigung beibehalten kann, sagen die DWS-Experten. (kb)

 

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