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DWS: Chinas Aktien sind für Investoren "relativ" attraktiv geworden

Chinas Aktienmarkt gehört dieses Jahr zu den Performancestärksten. Darin spiegeln sich laut der DWS auch der relativ erfolgreiche Umgang mit Covid-19 und eine attraktivere Wirtschaftsstruktur wider. Großanleger sollten bei China aber genau hinsehen, in welches Marktsegment sie investieren.

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© alswart / stock.adobe.com

Institutionelle Investoren sollten überlegen, chinesischen Aktien näher zu brachten. Zwar gäbe es laut DWS genügend Gründe, skeptisch gegenüber chinesischen Aktien zu sein. Sei es die zwischenzeitliche Kursrally im Juli, die jüngsten US-Sanktionen (Hong Kong) oder überhaupt der weiter eskalierende Handelsstreit und der Einbruch des Welthandels. Von weiteren Risiken von Covid-19 sowie den Folgen des schwersten Wirtschaftseinbruchs seit Jahrzehnten ganz zu schweigen.

Unterschiedliche Indizes, unterschiedliche Renditen
Im aktuellen "Chart der Woche" geht es der DWS aber weniger um die absolute, als um die relative Attraktivität chinesischer Aktien. Dazu beleuchtet die DWS zunächst die unterschiedlichen Indizes von China und Hong Kong.

Das Schlusslicht mit einem Jahresminus von fast neun Prozent ist der Hang Seng Index, dessen traditioneller Fokus auf Hong Kong ihm dieses Jahr wenig half. Politische Unruhen, Exportabhängigkeit sowie seine Zusammensetzung (hoher Anteil von Banken, Versorgern und Immobilienfirmen) bildeten dieses Jahr einen toxischen Mix.

Dem stark auf chinesische Staatskonzerne zugeschnittenen Hang Seng China Enterprises Index (HSCEI) erging es laut DWS nicht viel besser.

Die Musik spielte in anderen Indizes, insbesondere dem auf junge Technologiefirmen spezialisierten Chinext Index. Aber auch im breit aufgestellten MSCI China Index, der zudem davon profitierte, ein bisher nur in den USA notiertes Technologie-Schwergewicht aufgenommen zu haben. Ein ganzes Drittel der Index-Marktkapitalisierung entfällt nunmehr auf nur zwei Technologiewerte. Eine in der Tendenz dem US-Aktienmarkt ähnliche Entwicklung.

Das gilt auch für den eher inländisch geprägten CSI 300 Index, der ebenfalls den Strukturwandel Chinas widerspiegelt. Machten die weniger industrielastigen, "modernen" Sektoren wie Technologie, Telekommunikation, Pharma und (Online-)Handel 2010 nur 20 Prozent des Index aus, ist es heute doppelt so viel. Laut DWS Sei es kein Wunder, dass sowohl die Kursentwicklung als auch die eher moderate Kürzung der Gewinnschätzungen dieser Indizes sich eher am Nasdaq-100 als am MSCI World Index orientieren, wie der "Chart der Woche" zeigt.

Gute Aussichten
Die höhere Gewinnstabilität der Indizes sei der DWS zufolge nur eine der Verbesserungen gegenüber dem Jahr 2015, als der chinesische Aktienmarkt nach einem Höhenflug jäh zusammenbrach. Seitdem dürften auch Marktteilnehmer und Regulierer deutlich an Erfahrung gewonnen haben.

"Covid-19 bleibt ein Risiko, allerdings für die gesamte Welt. China hat die Pandemie als erstes konfrontiert, es ist das einzige größere Land, für das wir dieses Jahr mit Wirtschaftswachstum rechnen. Der Kapitalmarkt und die Struktur der Wirtschaft haben sich deutlich weiterentwickelt, sodass ich Chinas Aktien heute im Vergleich zu anderen Märkten deutlich attraktiver als 2015 einschätze", erklärt Sean Taylor, APAC Chief Investment Officer der DWS. (aa)

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