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DVFA: Was Investment Professionals nach der Bundestagswahl erwarten...

Der Berufsverband der Investment Professionals DVFA hat seine Mitglieder zur Bundestagswahl befragt. Wird die Wahl die Finanzmärkte beeinflussen? Welches übergeordnete Thema wird die Wahl entscheiden? Welche Partei stellt den Bundeskanzler? Welche Regierungskoalition erwarten Sie?

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© Bernd Kröger / stock.adobe.com

Abgabe der Antworten war bis zum 2. September 2021 möglich. Die Erwartungen der Finanzprofis weichen dabei häufig von den aktuellen Umfrageergebnissen der Wählerbefragungen durch die großen Meinungsforschungsinstitute ab. So zum Beispiel bei der Kanzlerfrage, bei der 49 Prozent der DVFA Mitglieder mit einem Kanzler der CDU rechnen. 31 Prozent erwarten einen Kanzler der SPD und nur 5 Prozent gehen davon aus, dass die Grünen die Kanzlerin stellen werden.

Wahlausgang hat Konsequenzen für die Finanzmärkte
In seiner Befragung wollte der DVFA auch wissen, ob die Bundestagswahl die Finanzmärkte beeinflussen wird. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) antworteten mit Ja, 39 Prozent mit Nein, 7 Prozent mit „weiß nicht“. In vielen Kommentaren wird klar, dass etliche der Investment Professionals die Beeinflussung der Finanzmärkte eher als kurzfristiges Phänomen erwarten und inhaltlich bei der Umsetzung der Klimapolitik in Bezug auf die Regulatorik und die Subventionierung nachhaltiger Investments.

Klima und Pandemie als die entscheidenden Themen
Befragt, welches übergeordnete Thema die Wahl entscheiden werde, verwiesen 38 Prozent auf das Thema Klima, 30 Prozent auf die Pandemie, nur 5 bzw. 4 Prozent halten die Themen Afghanistan, die Flutkatastrophe oder Europa für wahlentscheidend. 19 Prozent sehen „Sonstige“, also andere weitere Themen im Vordergrund. Einige der Befragten heben in ihren Kommentaren hervor, dass grundsätzlich der Umgang mit Krisen für den Ausgang der Wahl von Bedeutung sei. Auch das Rententhema, das nicht in den vorgegebenen Antworten enthalten war, wird mehrfach als wichtig benannt.

Welche Regierungskoalition erwartet werden
Jamaika liegt in den Einschätzungen vorne – Erwartung einer Mehrparteienregierung (3er Bündnis)  

Quelle: DVFA e.V.

Big Government und wenig Hoffnung für kapitalgedeckte aktienbasierte Altersvorsorge 
Deutlich mehr als die Hälfte der Befragten (60 Prozent) sehen auch in der nächsten Legislaturperiode keinen Ruck für die kapitalgedeckte und aktienbasierte Altersvorsorge. 30 Prozent rechnen jedoch mit einem Schub. In den Kommentaren verbinden einige die Hoffnung auf eine entsprechende Änderung bei der Rentenfinanzierung mit einer Regierungsbeteiligung der FDP. Der Aufbau eines derart gedeckten Systems wäre hilfreich, sinnvoll und glaubwürdig, heißt es in einer der Anmerkungen.

Mehr oder weniger Staat nach der Wahl?
Fast zwei Drittel (63 Prozent) erwarten mehr Staat. 27 Prozent sehen keine Veränderung. Nur 6 Prozent rechnen mit weniger Staat nach der Wahl – eine Erwartung, die in den Kommentaren einige nur bei einer Jamaika-Koalition für möglich halten (Schwarz/Grün/Gelb), andere an die Regierungsbeteiligung der FDP knüpfen.

Steuerbelastung und Staatsverschuldung werden steigen
Ganz ähnlich sind die Ansichten der DVFA Mitglieder bei der Frage verteilt, ob die Steuerbelastung der Unternehmen und Haushalte während der nächsten Regierungsperiode per Saldo steigen oder sinken werde. 63 Prozent rechnen mit steigender Steuerbelastung, wobei in den Kommentaren darauf hingewiesen wird, dass dies allein durch die CO2-Umlage, die finanziellen Kosten der Pandemie und durch die Flutkatastrophe kommen werde, nicht aber unbedingt mit der neuen Regierung allein zusammenhänge. 30 Prozent erwarten bei der Steuerlast keine Veränderung und nur 5 Prozent gehen per Saldo von sinkenden Steuern aus.

Am eindeutigsten ist das Meinungsbild beim Thema Staatsverschuldung
77 Prozent erwarten in vier Jahren eine höhere Gesamtverschuldung Deutschlands. Keine Veränderung sehen 9 Prozent, und 12 Prozent sind der Ansicht, dass die Verschuldung abnehmen werde. Dabei wurde in den Kommentaren angemerkt, der Wert der Schulden werde durch die sicherlich ansteigende Geldentwertung reduziert.

Ernüchterndes Fazit: Alles wird schlechter
„Grosso modo zwei Drittel der befragten Investment Professionals erwarten zukünftig mehr Staat, höhere Steuern und steigende Schulden“, sagt Stefan Bielmeier (Bild links), Vorstandsvorsitzender des DVFA. „Das ist das ernüchternde Fazit unserer Mitgliederbefragung in Bezug auf die Bundestagswahl 2021“. (kb)

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