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DVFA-Umfrage: Unternehmensanalysten stehen M&A eher kritisch gegenüber

Unternehmensanalysten in Deutschland stehen Übernahmen und Fusionen eher kritisch gegenüber. Besonders zurückhaltend werten sie Transaktionen, bei denen der Übernommene größer als der Käufer ist, Übernahmen im Ausland und hier insbesondere jenseits des Atlantiks und Transaktionen mit hohem Leverage.

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Christoph Schlienkamp, Vorstand der DVFA und Leiter der DVFA Kommission für Unternehmensanalyse, sagt: „Um die Analysten vom Mehrwert eines Deals zu überzeugen, braucht es nachvollziehbare Fakten und Zahlen. Hochgerechnete Hoffnungswerte überzeugen dagegen nicht.“
© DVFA

Positiv werteten die Befragten eine nachvollziehbare Bewertung des Übernahme- oder Fusionsobjektes, eine transparente Finanzierungsstruktur mit hohem Eigenmittelanteil sowie einen Verbleib des Managements des Zielunternehmens. Christoph Schlienkamp, Vorstand der DVFA und Leiter der DVFA Kommission für Unternehmensanalyse sagt: „Um die Analysten vom Mehrwert eines Deals zu überzeugen, braucht es nachvollziehbare Fakten und Zahlen. Hochgerechnete Hoffnungswerte überzeugen dagegen nicht.“

Analystenurteile geben Stimmung am Kapitalmarkt vor
Fusionen und Übernahmen gehören als Mittel der strategischen Weiterentwicklung von Unternehmen zum Standardinstrumentarium der Unternehmensführung, gelten sie doch quasi als „Überholspur“ zu Wachstum und Neuausrichtung. So vergeht kaum ein Tag, an dem nicht eine internationale Großakquisition angekündigt wird. Wertpapieranalysten stehen in vorderster Reihe, wenn es darum geht, die Erfolgsaussichten einer Transaktion einzuschätzen. „Für uns war es daher wichtig zu wissen, welche Faktoren die Analysten mit ihrer Erfahrung in welcher Form zur Bewertung heranziehen,“ sagt Michael Müller, Geschäftsführer von SMS Strategic Management Solutions. „Schließlich sind es die Analysten, die mit ihrem Urteil die Stimmung am Kapitalmarkt vorgeben“.

Hohe Cash-Quote präferiert
Was die Finanzierungsstruktur einer Transaktion betrifft, so zeigt sich eine Präferenz für eine hohe Cash-Komponente (53 Prozent). Der Anteil der Fremdfinanzierung an der Kaufpreis-Finanzierung sollte nach Einschätzung der Analysten nicht über 50 Prozent liegen; nur 13 Prozent sehen auch eine höhere Fremdfinanzierungsquote positiv. Hohe Liquiditätsbestände für Akquisitionen einzusetzen, sehen zwei Drittel der Befragten als sinnvoll an. Schlienkamp: „Wir interpretieren dies so, dass die Analysten mehrheitlich nicht bereit sind, eine höhere Nettoverschuldung für eine M&A-Transaktion positiv zu bewerten.“ Eher negativ wird die Ausgabe neuer Aktien zur Finanzierung einer Transaktion gesehen. 40 Prozent der Befragten fürchten hier eine zu hohe Verwässerung des Anteils der Altaktionäre.

Auf wenig Gegenliebe stoßen Minderheitsbeteiligungen
Finden Beteiligungsquoten unter 50 Prozent kaum Zustimmung, ist dies bei einer mehrheitlichen Beteiligung klar positiv. Positiv beurteilt wird der Verbleib des Managements im übernommenen Unternehmen (80 Prozent). Dazu passt die positive Einschätzung von zwei Dritteln zu einer kapitalmäßigen Beteiligung des Verkäufers.

Der Schwanz soll nicht mit dem Hund wedeln 
Eindeutig ist die Ansicht der Umfrageteilnehmer im Hinblick auf die Zielgröße des akquirierten Unternehmens. Hier sehen es 91 Prozent der Befragten als negativ, wenn das Zielunternehmen größer ist als der Käufer. Selbst die Akquisition eines in etwa gleich großen Unternehmens wird nicht mehrheitlich positiv gesehen. Im Gegensatz dazu äußern sich nur noch sieben Prozent der Befragten kritisch, wenn das Zielunternehmen kleiner ist als das übernehmende. Eine klare Meinung haben Analysten zur internationalen Stoßrichtung von M&A-Transaktionen: Je größer die geographische und soziokulturelle Entfernung, desto geringer die Zustimmungsrate.

Die vorliegende Umfrage ist der erste Teil einer länger angelegten Untersuchungsreihe zu den Erfolgsfaktoren im M&A-Bereich. Weitere Teilergebnisse werden voraussichtlich im Frühsommer dieses Jahres veröffentlicht, sagt die DVFA. (kb)
 

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