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DVFA: Professionals sind mehrheitlich noch nicht für SPACs zu gewinnen

Der Berufsverband der Investmet Professionals hat seine Mitglieder befragt, wie sie zu SPACs (Special Purpose Acquisition Company) als Anlageform stehen. Anlass der aktuellen Befragung ist das steigende Emissionsvolumen in den USA, wo SPACs inzwischen sogar die Zahl regulärer IPOs übertroffen haben.

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„Die Entwicklung der SPACs in Europa hängt sicher vom Marktumfeld und der formalen Ausgestaltung ab. Wir werden wohl einen Anstieg bei dem – übrigens nicht neuen – Investment sehen, auch wenn eine Mehrheit die Anlage im Moment noch nicht im Fokus hat“, meint Christoph Schlienkamp, stv. Vorstandsvorsitzender des DVFA.
© DVFA

2020 hat es in den USA knapp 250 SPAC-Börsengänge gegeben. 72 Prozent der DVFA Investment Professionals haben grundsätzlich nicht vor, in SPACs zu investieren, 28 Prozent würden darin anlegen.

Zur Entwicklung europäischer SPACs
In Europa ist mit „Lakestar“ der erste SPAC an der Frankfurter Börse im Handel gestartet. Der nach Europa kommende Wall-Street-Trend wird sich festigen, davon geht die Mehrheit der DVFA Investment Professionals aus. 65 Prozent der Befragten meinen, dass es in Zukunft mehr SPACs auch am deutschen Kapitalmarkt geben wird. 14 Prozent teilen diese Auffassung nicht, 21 geben keine Einschätzung ab.

Grafik: DVFA e.V.

Auswirkungen auf den Markt
Weiter wurde gefragt, ob die Zunahme von SPACs ein Zeichen für die Überhitzung des Marktes sein könnte. Dies bejahen 62 Prozent, 19 Prozent glauben dies nicht, weitere 19 wissen es nicht einzuschätzen. Zahlreiche Befragungsteilnehmer kommentierten, dass die bloße Anzahl an SPAC-Listings kein negativer Indikator sein muss. Ausschlaggebend dürfte werden, welche Zielfirmen durch SPACs erworben werden und inwiefern deren Performance den Erwartungen der Investoren entspricht. Grundsätzlich ist zu beobachten, dass offensichtlich ausreichend gut aufgestellte Kandidaten als Übernahmeziele vorhanden sind. Bewertungen werden durch die Erweiterung des Käuferumfelds durch SPACs nicht weniger herausfordernd.

US-SPACs und europäischer IPO-Markt
Auf die Frage, ob sie den europäischen IPO-Markt von den Entwicklungen in den USA tangiert sehen, ergab sich hingegen ein sehr differenziertes Meinungsbild. Für „Ja, moderat“ votieren 24 Prozent. 36 Prozent meinen „vielleicht“ und 37 „Nein“. Nur 3 Prozent sehen hier eine starke Beeinflussung.

Struktur europäischer und amerikanischer SPACs
In der Praxis gibt es offensichtlich in den USA strukturelle Vorteile für SPACs im Vergleich zu einer Notiz in Europa. Während US-SPACs den Anlegern die Möglichkeit geben, ihre Anteile zurückzugeben, wenn ihnen eine geplante Akquisition nicht gefällt, sind sie bei den in Europa notierten SPACs typischerweise dazu verpflichtet, sich zu beteiligen. Noch ein Problem besteht darin, dass der Handel bei europäischen SPACs oft nach der Vereinbarung einer Übernahme bis zu deren Abschluss ausgesetzt wird, so dass die Investoren temporär illiquide Assets haben. 

US-SPACs Struktur beliebter
Gefragt wurde, ob die europäische Struktur auch künftig beibehalten werden soll. Eine Mehrheit von 56 Prozent plädiert dagegen, 17 Prozent der Befragten sprechen sich für Beibehaltung der Struktur aus. Knapp ein Drittel ist sich unschlüssig in der Einschätzung. (kb)

 

 

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