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DVFA: Investment-Profis erwarten deutliche Konjunkturabschwächung

DVFA – der Berufsverband der Investment Professionals – hat seine Mitglieder zu den Auswirkungen der Entwicklungen in der Ukraine befragt. Die Beteiligung an der Umfrage war bis 31. März möglich.

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Roger Peeters, Vorstandsmitglied des DVFA
© pfp Advisory

„Die DVFA Investment Professionals sehen durch den Krieg in der Ukraine einen starken negativen Einfluss auf den Aufschwung. Sie sind aber auch verhalten positiv, was die mittelfristige Entwicklung an den Aktienmärkten angeht, denn mehr als die Hälfte der Befragten hat die Gewichtung in den Portfolios unangetastet gelassen oder sogar antizyklisch ihr Exposure am Aktienmarkt verstärkt“, fasst Roger Peeters, Vorstandsmitglied des DVFA, wesentliche Ergebnisse zusammen.

Hälfte der Befragten erwartet baldige Waffenruhe
Die Dauer des Krieges könnte maßgeblichen Einfluss auf die weltweite Ökonomie und die Märkte haben. Befragt nach der weiteren Entwicklung des Konfliktes glaubt die Hälfte, dass die Waffen schon bald ruhen werden, aber die politische Eiszeit zwischen Ost und West andauern wird. 38 Prozent der Teilnehmer vertreten die Auffassung, dass es noch eine lange Auseinandersetzung zwischen den Parteien geben wird. Dass der Konflikt in der Ukraine erst der Anfang und eine Ausweitung zu erwarten ist, meinen zehn Prozent. Mit zwei Prozent ist die Zahl derer äußerst gering, die an ein baldiges Ende des Konfliktes und zudem an ein zügiges Ende der Sanktionen glaubt.

Der Krieg in der Ukraine führt zu einer deutlichen Abschwächung des Aufschwungs
Die Auseinandersetzung im Osten Europas zeigt auch schwere Auswirkungen auf die Wirtschaft. Die DVFA Investment Professionals waren in der zweiten Frage aufgefordert, die ökonomische Tragweite des Ereignisses einzuschätzen. Eine deutliche Mehrheit von 64 Prozent denkt, dass sich der momentane Aufschwung signifikant abschwächt und die Mischung aus hohen Energiekosten und Inflation auch den Konsum beeinträchtigt. Ein Kippen der Konjunktur samt Abrutschen in die Rezession, die jedoch nicht lange anhalten wird, nehmen 19 Prozent an. Elf Prozent prognostizieren den Beginn einer anhaltenden Krise, geprägt von Stagflation und weiteren Verwerfungen am Aktienmarkt. Sehr gering ist der Prozentsatz jener die meinen, dass der momentane Aufschwung nur unwesentlich beeinflusst wird (sechs Prozent).

Beinahe die Hälfte der Befragten begrüßt die Sanktionen und hält sie für angemessen
Die Sanktionsmaßnahmen sind sowohl in der Debatte um den Umgang mit dem von Putin geführten Russland als auch hinsichtlich deren Auswirkung auf die Volkswirtschaften von hoher Bedeutung. Die Befragten sollten ihre Sicht hierzu äußern. Fast die Hälfte (48 Prozent) sagt, dass das Maß der Sanktionen mit Bedacht und Augenmaß gewählt und begrüßenswert ist. 33 Prozent halten die Sanktionen jedoch für zu weich, man müsse Russland härter angehen. Für eine andere Gewichtung der – in der Summe angemessenen Sanktionen – sprachen sich noch elf Prozent aus, und acht Prozent sehen Sanktionen als falschen Weg, der unserer eigenen Wirtschaft schadet. Die Sanktionen sollten demnach reduziert werden.

Ein Kommentator urteilt: „Grundlegend lässt sich der Konflikt jedoch nicht militärisch und mit Sanktionen lösen.“ Vermisst werden „Verhandlungsansätze beziehungsweise die Ausarbeitung eines Konzeptes, vor allem für die Zeit nach dem Ende der Auseinandersetzung.“

Asset Allocation mit recht wenig Anpassungen
Die Preise für Rohstoffe und Gold sind gestiegen, die Aktienmärkte haben verloren. Ziemliche Gelassenheit legen 36 Prozent der Teilnehmer an den Tag, die sagen: Die Krise geht vorbei wie etliche andere vor ihr. Sie haben die Asset Allocation gar nicht angepasst. 29 Prozent haben den Investitionsgrad nicht geändert, aber die Gewichtung von Branchen und Regionen deutlich modifiziert. 23 Prozent handeln antizyklisch und nutzen die fallenden Kurse zum verstärkten Einstieg in den Aktienmarkt. Aktiv die Aktienquote gesenkt und/oder sich mit Derivaten abgesichert haben zwölf Prozent, weil sie den Anfang einer langen Baisse sehen.

Russische Wertpapiere: Zukunft ungewiss
Mit Beginn des Einmarsches in die Ukraine wurden russische Wertpapiere quasi über Nacht vom Westen boykottiert und waren kaum noch handelbar. Auch die russische Börse wurde kurzfristig geschlossen. Die DVFA Investment Professionals wurden gefragt, wie sie über russische Wertpapiere und deren Zukunftsaussichten denken.

Skepsis überwiegt deutlich
51 Prozent der Teilnehmer meinen, dass selbst bei einem zeitnah wieder möglichen Aktienhandel in Moskau die Rechte westlicher Anleger unklar sind und das eingesetzte Kapital unwiderruflich verloren sein könnte. Moskau kann sich nicht dauerhaft vom internationalen Kapitalmarkt lösen. Das Land wird so kompromissbereit sein, dass auch Ausländer über kurz oder lang zumindest eingeschränkt wieder russische Wertpapiere handeln können. Dies sagen 26 Prozent. 23 Prozent sehen eine baldige Normalisierung des Handels in Russland, wenn auch auf dauerhaft niedrigerem Niveau. Ausländer werden aufgrund der Sanktionen jedoch lange nicht handeln können.

Peeters ergänzt abschließend: „Der grausame Krieg bewegt uns alle emotional. Zudem betrifft er jeden von uns auch als Verbraucher und praktisch alle Financial Professionals in ihren Dispositionen. Dass wir bei vielen Fragen durchaus gemischte Antwortcluster erhielten, ist vielleicht eine gute Indikation dafür, dass die Börse eben noch nicht genau weiß, wie sie das Geschehen wertet. Die anhaltend hohe Schwankung an den Märkten wird hierdurch gut plausibilisiert.“ (kb)

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