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Droht Kipp-Punkt bei US-Schulden? Fed-Banker warnt vor "Abrechnung"

Die US-Staatsschulden haben die Marke von 40 Billionen Dollar überschritten. Richmond-Fed-Chef Tom Barkin sieht darin ein langfristiges Risiko – und warnt vor dem Moment, an dem Investoren nicht mehr mitspielen.

Tom Barkin, Federal Reserve Bank of Richmond: "Wir sind eine globale Währung, wir haben Rechtsstaatlichkeit - all das sind Gründe, warum die Leute unsere Anleihen weiterhin kaufen. Aber wissen Sie, irgendwann hören die Leute auf, Ihre Anleihen zu kaufen - und genau darin liegt das Risiko."
Tom Barkin, Federal Reserve Bank of Richmond: "Wir sind eine globale Währung, wir haben Rechtsstaatlichkeit - all das sind Gründe, warum die Leute unsere Anleihen weiterhin kaufen. Aber wissen Sie, irgendwann hören die Leute auf, Ihre Anleihen zu kaufen - und genau darin liegt das Risiko."© Christopher Goodney / Bloomberg

Eckpunkte:

  • Ein derzeit nicht im FOMC-Wahlberechtigter Fed-Präsident warnt vor zu hohen Schulden
  • Irgendwann könnten Investoren das Vertrauen verlieren und in einen Käuferstreik treten

Der Präsident der Federal Reserve Bank of Richmond, Tom Barkin, sieht Risiken durch die weiter steigende US-Staatsverschuldung. Die Regierung könne sich weiter verschulden, solange Investoren ihre Schuldtitel kauften. Es bestehe jedoch die Gefahr, dass diese irgendwann nicht mehr dazu bereit seien.

"Es wird irgendwann eine Abrechnung geben, wenn sich das so fortsetzt. Niemand kann Ihnen sagen, wann", so Barkin am Dienstag (25.8.) bei einer Veranstaltung in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina. "Wir sind eine globale Währung, wir haben Rechtsstaatlichkeit - all das sind Gründe, warum die Leute unsere Anleihen weiterhin kaufen. Aber wissen Sie, irgendwann hören die Leute auf, Ihre Anleihen zu kaufen - und genau darin liegt das Risiko."

Zinspause - aber Erhöhung weiterhin im Rahmen des Möglichen
Barkin wiederholte Äußerungen von Anfang des Monats, in denen er angesichts von Anzeichen für eine nachlassende Inflation dafür plädiert hatte, die Zinsen unverändert zu lassen. Zugleich räumte er ein, dass die Währungshüter die Zinsen möglicherweise anheben müssten, falls sich der Preisdruck verfestige.

Die Fed ließ die Zinsen im Juli zum fünften Mal in Folge unverändert, wobei drei Mitglieder für eine Anhebung um einen Viertelprozentpunkt stimmten. Barkin, der in diesem Jahr nicht stimmberechtigt ist, hatte erklärt, es sei schwer einzuschätzen, wie stark die Zinsen die Wirtschaft belasten.

Im Gespräch mit Reportern nach der Veranstaltung sagte Barkin, die Zinsentscheidung im Juli sei eine "knappe Entscheidung" gewesen. Ein Grund dafür, mit einer Anpassung der Zinsen zu warten, sei, dass den Währungshütern vor ihrer nächsten geldpolitischen Sitzung am 15. und 16. September noch zwei weitere Monate an Wirtschaftsdaten zur Verfügung stünden. "Bislang haben wir einen vollständigen Datensatz erhalten – und wir werden noch einen weiteren vollständigen Datensatz bekommen. Dann werden wir sehen, was wir daraus lernen", sagte Barkin.

Jackson Hole und Zölle im Blick
Notenbanker aus aller Welt werden im Laufe dieser Woche zum jährlichen Wirtschaftssymposium der Kansas City Fed nach Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming reisen. Fed-Chef Kevin Warsh soll am Freitag (28.8.) eine Rede halten. Er steht unter Druck, auf die Kritik einzugehen, er habe seine Einschätzung der Wirtschaft bislang nicht ausreichend offengelegt.

Der Chef der Richmond-Fed sagte zudem, der jüngste Handelsstreit mit Kanada erhöhe die Unsicherheit darüber, wie sich Zölle auf Preise und Wirtschaft auswirken werden. "Ich betrachte die Situation mit Kanada für sich genommen nicht als große Veränderung der Haltung der USA. Aber die übergeordnete Frage ist, ob wir ungefähr wissen, auf welchem Niveau sich die Zollsätze einpendeln werden oder nicht – das ist das größere Thema, und dazu habe ich bislang noch kein Signal erhalten", sagte er. (mb/Bloomberg)

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