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Draegerwerk lässt Genussschein-Inhaber jubeln

Ein vorzeitiger „Call“ eines Genussscheins der deutschen, börsennotierten Draegerwerk AG & Co. KGaA lässt das gecallte Papier der Serie „D“ jäh im Kurs ansteigen. Ein Fonds von Aramea hat sich rechtzeitig positioniert.

Andreas Meyer, Aramea
Andreas Meyer, Aramea
© Andreas Meyer

Auch in Krisenzeiten können Investoren Geld verdienen, wenn man abseits ausgetretener Pfad agiert. Ein Bespiel dafür lieferte jüngst der Hamburger Vermögensverwalter Aramea Asset Management mit einem von Draegerwerk emittierten Papier.

Sonderkonjunktur für Medizintechnik-Hersteller
Während Sorgen über wirtschaftliche Folgen der Corona-Krise in den Fokus rücken, laufen die Geschäfte beim Medizin- und Sicherheitstechnikhersteller Drägerwerk hervorragend. Wie das Unternehmen jüngst mitteilte laufe die Produktion in der Medizintechnik nicht nur auf Hochtouren, sondern wurde sogar massiv ausgeweitet. Ursache hierfür ist unter anderem auch ein Großauftrag der Bundesregierung über 10.000 Beatmungsgeräte der Mitte März bekannt gemacht wurde.

In Reaktion darauf stiegen die Vorzugsaktien des Unternehmens gegen den allgemeinen Trend und stiegen kurzfristig auf über 100 Euro: Zur Orientierung: Vor der Ankündigung lag der Kurs bei etwas über 50 Euro.

Aus dieser Position der relativen Stärke heraus, entschied sich Drägerwerk am 23.3.2020 zu einer Kapitalmaßnahme. So kündigte das Unternehmen an, sämtliche Genussscheine der größten Serie D (ca. 570.000 Stücke, ISIN: DE0005550719) unter Einhaltung der Kündigungsfrist von 24 Monaten zum Ende des Kalenderjahres 2022 zu kündigen.

Papiere mit Kurssprung
Wie Aramea ihre Investoren informiert, würden laut Draegwerk Inhaber der Genussscheine 547 Euro je Schein im Januar 2023 erhalten, was einem Gesamtvolumen von rund 310 Millionen Euro entspricht. Da sich dieser Kündigungspreis aus dem durchschnittlichen Aktienkurs der letzten drei Monate ermittelt, käme Drägerwerk laut Aramea noch vergleichsweise günstig an die Papiere.

„Die aktuell positive Entwicklung des Aktienkurses und der damit einhergehende deutlich höhere Rückkaufpreis könnte ein Grund für die Kündigung zum aktuellen Zeitpunkt sein“, erklärt Andreas Meyer, Co-Fondsmanager und Junior Portfoliomanager bei Aramea. Zudem, so ergänzt er, bleibt nun auch abzuwarten, wann die anderen beiden Serien vom Markt genommen werden. Diese haben die letzte Entwicklung noch nicht vollständig antizipiert.

Der Kurs der Genussscheine zog nach dieser Call-Ankündigung um über 90 Prozent an liegt aktuell bei etwas über 460 Euro, also weiterhin deutlich unterhalb des angekündigten Rückkaufkurses.

Aramea Nachrangfonds profitieren
Der “ARAMEA Rendite Plus” (WKN: A0NEKQ) und der “ARAMEA Rendite Plus Nachhaltig” (A2DTL7) setzen vor allem auf Nachrang- und Hybridanleihen, welche von Zinssondersituationen getrieben sind.

„Wir freuen uns natürlich sehr, dass der lange Atem sich nun ausgezahlt hat und Alpha für unsere Fonds generiert. Vor allem die Kopplung des Kupons der Genüsse an die Dividende war aus Sicht des Emittenten sicherlich ungünstig und könnte ein weiterer Grund für die Kündigung sein“, merkt Meyer an.

Laut Araema sind beide genannten Fonds darauf spezialisiert solche Sondersituationen am Markt zu antizipieren und sich frühzeitig in den jeweiligen Papieren zu positionieren. Interessanterweise scheinen die Kündigungswahrscheinlichkeiten bei vielen Papieren weiterhin ausgepreist zu sein.

„Dies betrifft vor allem die von der Regulatorik betroffenen Nachranganleihen von Banken und Versicherungen. Der letzte Risk-Off Modus kreiert interessante Chancen wobei wir uns z.T. Renditen von über zehn Prozent p.a. einkaufen können. Hier sehen wir in den kommenden Jahren sehr spannende Renditemöglichkeiten, die eine tolle Diversifikationsmöglichkeit bieten“, erklärt Meyer abschließend. (aa)

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