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Dornier-Erben erwägen australischen Ackerboden bei ihrer Rendite-Suche

Einige vermögende Familien aus dem deutschsprachigen Raum haben vielleicht ein Rezept gegen die niedrigen Zinsen gefunden: Investments in Ackerböden. Das berichtet Bloomberg News.

Dr. Dirk Rüttgers
Dr. Dirk Rüttgers, Chef der Do Investment AG
© Axel Gaube / Institutional Money

Seite an Seite mit der Familie Silvius Dornier, Nachfahren des Flugzeugbauers Claude Dornier mit einem geschätzten Vermögen von bis zu 400 Millionen Euro, haben sie landwirtschaftliche Flächen in Rumänien und Uruguay gekauft. Jetzt wird der Erwerb von Agrarland in zusätzlichen Ländern geprüft. "Recht spannend finden wir Australien. Das ist weltweit das einzige entwickelte Land, in dem es noch Agrarflächen zu angemessenen Preisen gibt", erklärt Dirk Rüttgers, Chef der Do Investment AG, über die die Anlagen laufen. Der Firma aus München ist einst aus dem Family Office der Familie Silvius Dornier hervorgegangen. Mittlerweile zählen auch externe Investoren wie anderen Familien und Stiftungen zu den Kunden.

Renditen von sechs bis neun Prozent mit Farmland
Auch die Investments in den bestehenden Regionen sollen weitergehen. „In Uruguay haben wir in den beiden vergangenen Jahren die ersten Farmen für das Portfolio erworben. Weitere Zukäufe sind in den nächsten Monaten geplant", sagt Rüttgers. Die Dorniers sind seinen Worten zufolge schon seit vielen Jahren von Grund und Boden überzeugt. "Unsere angestrebte Rendite in der Anlageklasse Agrarland liegt bei durchschnittlich sechs bis neun Prozent pro Jahr", sagt er. Rüttgers spricht von - historisch betrachtet - sehr krisenfesten Investments. "Die Bevölkerung wächst, das Land wird knapper und die Nachfrage nach Nahrungsmitteln steigt", sagt er. Selbst während der Finanzkrise hätten diese Anlagen eine stabile Entwicklung aufgewiesen.

Los ging es 2006 mit Käufen in Rumänien, Uruguay kam 2016 hinzu
Erworbene Flächen werden verpachtet, beispielsweise an lokale Landwirte. Etwa ein Drittel der erwarteten Erträge stammen aus der Pacht, zwei Drittel aus der Wertsteigerung der Flächen, sagt Rüttgers. Für Rumänien und Uruguay sprechen seinen Worten zufolge nicht nur fruchtbare Böden, ausreichend Niederschlag und bestehende Infrastruktur, sondern unter anderem auch relativ günstige Preise und die Tatsache, dass ausländische und inländische Investoren gleichbehandelt werden. "In vielen Ländern ist es Ausländern nicht erlaubt, zu 100 Prozent Eigentum an einer Investition zu besitzen", erklärt Rüttgers.

Große Preisunterschiede in Europa
Laut Eurostat war rumänisches Ackerland 2016 mit einen durchschnittlichen Hektarpreis von 1958 Euro in der EU "am billigsten". Den teuersten Kaufpreis verzeichneten demnach die Niederlande mit 63.000 Euro. "Agrarflächen können sich insbesondere in Westeuropa als sichere Anlage-Alternative lohnen", sagt Andreas Eßer, Co-Chef bei Greif & Meyer, einem Makler für landwirtschaftliche Flächen aus Lohmar. "Mit Blick auf Rumänien, wo wir auch mal aktiv waren, haben wir aber eine gewisse Zurückhaltung von Kunden gemerkt. Gründe hierfür sind anhaltende politische Instabilität und Enteignungen in der Geschichte Rumäniens."

Das Family Office der Familie Silvius Dornier war Ende der 1980er-Jahre nach dem Verkauf der Anteile an den Dornier-Werken entstanden. Ziel war, das liquide Vermögen selbst zu verwalten. Im Jahr 2005 wurde Do Investment als eigenständiger Vermögensverwalter gegründet und für Externe geöffnet. Laut des Magazins "Bilanz" beläuft sich das Vermögen des Familienzweigs heute auf 350 Millionen Euro, das "Manager Magazin" beziffert es auf 400 Million Euro.

Deutschland zu teuer
An Ackerflächen in Deutschland ist Rüttgers übrigens nicht interessiert: "Hier sind die Böden zu teuer geworden, da gibt es keine vernünftigen Preise mehr." (kb)

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