Donald Trump gibt Iran mehr Zeit: Ölpreis fällt, Aktien steigen
Donald Trump hat angekündigt, Angriffe auf iranische Energieinfrastruktur und Kraftwerke nach Beginn von Gesprächen mit dem Iran zur Beendigung des Krieges für fünf Tage auszusetzen. Den Börsen gefällt`s.

Eckpunkte:
- Trump entschärft Ultimatumsdrohung, bestätigte konstruktive Gespräche
- Iran bestreitet, dass es Verhandlungen gibt
Beide Seiten hätten “sehr gute und produktive Gespräche über eine vollständige und umfassende Lösung der Feindseligkeiten im Nahen Osten" geführt, schrieb der US-Präsident Montagmittag mitteleuropäischer Zeit in den sozialen Medien. Die Aussetzung der Angriffe hänge vom Erfolg der laufenden Treffen und Gespräche ab.
Nach Trumps Äußerungen brach der Ölpreis um mehr als elf Prozent ein
Die Ankündigung kam überraschend, da zuvor die Sorge vor einer Eskalation des Konflikts gewachsen war. Auch die Aktienmärkte drehten ins Plus. Der Dax, der zeitweise 2,3 Prozent im Minus gelegen hatte, schaffte es nach dem Trump-Kommentar 3,6 Prozent ins Plus.
Alles nur Makulatur?
Wenig später schwanden die Kursgewinne angesichts einer Mitteilung des Irans, dass es keine Gespräche gegeben habe. Trumps Kommentar sei Teil psychologischer Kriegsführung, schrieb die iranische Nachrichtenagentur Tasnim.
Iran gibt nicht klein bei
Trump hatte dem Iran eine Frist bis Montagabend New Yorker Zeit gesetzt, um die Straße von Hormus wieder zu öffnen. Andernfalls würden die USA und Israel mit Bombardierungen iranischer Kraftwerke beginnen. Der Iran hatte im Gegenzug angekündigt, Energie-, IT- und Wasserinfrastruktur in der gesamten Region anzugreifen.
Israel zeigt sich unbeeindruckt
Das israelische Militär erklärte zuvor, es greife iranische Infrastruktur an, ohne dies näher zu spezifizieren. Der Iran setzte seine Vergeltungsangriffe gegen Israel und Golfstaaten fort. Die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien meldeten Drohnen- und Raketenangriffe, allerdings ohne Berichte über größere Einschläge.
Zugleich erklärte der Iran, er werde im Falle weiterer Angriffe auf seine Küste den “gesamten Persischen Golf” verminen, wie der Nationale Verteidigungsrat des Landes am Montag mitteilte.
Kettenreaktion befürchtet
Die faktische Schließung der Straße von Hormus und Angriffe auf Energieanlagen haben die Preise für Öl und Gas in die Höhe getrieben. Gleichzeitig wachsen die Sorgen vor Folgewirkungen auf die Inflation und vor Störungen der Nahrungsmittelversorgung. Bislang wurden mehr als 4.200 Menschen getötet.
Vor Trumps Äußerungen am Montag hatten sich die Verkäufe an den Aktien- und Anleihemärkten verstärkt. Israelische Luftangriffe auf ein wichtiges iranisches Gasfeld in der vergangenen Woche lösten eine Welle von Vergeltungsmaßnahmen aus. Zentrale Energieanlagen der Region wurden beschädigt, darunter Katars große LNG-Anlage in Ras Laffan. (kb)